Kurzmitteilung

Vertrauen ist gut, …

… Kontrolle ist besser?
Wenn blindes Vertrauen gemeint ist, würde ich sagen, JA.
Vertrautsein ist mir aber jedenfalls lieber, es bringt mich in Verbindung, ich lerne kennen, kenne mich aus, der/die Andere umgekehrt genauso. Es ist gegenseitig, auch wenn beide zu unterschiedlichen Ergebnissen und Schlussfolgerungen kommen mögen. Das kann aufschlussreich werden, wenn man sich auch darüber austauscht, feedbackt.
Kontrolle empfinde ich bedrohlich. Wer mich kontrolliert, muss sich nicht mit mir verbinden. Er/Sie kann mir fremd bleiben und damit unvertraut. Freund oder Feind? Vielleicht steht diese Frage gar nicht. Eindeutig Feind. Mich kontrollieren und dabei die Verbindung verweigern – das ist feindlich. Aber auch Kontrolle ausüben und dafür Verbindung vortäuschen, Vertrauen erwecken. Es wird in dem Moment gebrochen, wo Kontrolle Statt findet. (Es fühlt sich für mich beschämend an. Ich habe vertraut. Mich geirrt. Mir wird misstraut.) Es schließt sich aus. Ja Kontrolle und Vertrauen, das sind wohl zwei unterschiedliche Haltungen. Unvereinbar miteinander.
Kontrolle im Sinne von Lenkung, Machtausübung ist dann noch weniger ein Akt der gleichwürdigen Zusammenarbeit…

Auch deshalb sind Teste und Klassenarbeiten in der Schule asozial bzw. verletzen die Menschenwürde. Wie seht ihr das? Kennt ihr Leistungserhebungen, die glückbringend sind?

15 Gedanken zu “Vertrauen ist gut, …

  1. Leistung zeigen, selbständig und mit gewissem Risiko kann jedem Spaß machen. Schulstoff ist aber oft so abstrus lebensfern gestaltet, dass nur sehr spezielle Gemüter die Materie mit Appetit verdauen. Ansonsten schwimmen nur extrem verbissene und ehrgeizige Charaktere oben. Vielleicht ist das aber gesellschaftlich so gewollt…?

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    1. Wenn Teilen und Herrschen das (un?)heimliche Konzept ist?
      Ich denke, es schwimmen auch solche oben, die einfach das Glück haben, dass ihr Tempo mit dem der Schule konform ist. Die leicht auffassen und sich in ihrer Freude über diese Leichtigkeit auch besser einlassen können als andere… Sie kennen den Preis nicht.

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      1. Sorry, brauchte ein paar Tage für die Antwort: In der Schule bin ich tatsächlich immer oben auf geschwommen. Wie? Ich hab das Konzept durchschaut. Mit dem Ergebnis, daß ich da überhaupt nichts getan hab und entsprechend nichts fürs Leben gelernt habe. Nicht mal, mich ohne viel Anstrengung durchzumogeln. Ab der 10. Klasse hab‘ ich das nur noch bekifft ausgehalten, mir gesagt, ich hör auf, wenn die Noten schlechter werden. Wurden sie aber nicht. Lehrers Kinder, Pfarrers Vieh… Das Ergebnis kannst Du ja auf meinem Blog nachlesen.
        Wie das sein kann? Ich glaube, das System belügt sich selbst. Da ist niemand, der bewußt Lügt, keine Verschwörung, niemand, den man anklagen kann. Aber: Alle wollen „Exzellenz“ und „Spitzenleistung“ und reden dauernd davon. Aber tatsächlich geht’s um den Durchschnitt. Wir bieten einen bunten Strauß Bildungskanon- alle 50 Schattierungen von Grau. Da ist für die meisten was ätzend sinnloses dabei, da lernen die lieben Kleinen, sich mit verbiesterter Verbissenheit durchzuackern. Genau die richtige Qualifikation für einen Job in unserer konformistischen Zwangsgesellschaft. Die Guten und schlechten Extreme dienen da nur als Meßlatte oder Drohung. Mein Fazit: Die Prüfungen sollen keinen Spaß machen, sondern desillusionieren, sprich: die Charaktere zu verantwortungsvollen Erwachsenen verbiegen. Das geben die Homeschooling-Gegner ja sogar zu, wenn sie sagen, Schule sei wichtig für die Sozialisation in einer scheuklappenbewehrten Rindvieh-Gesellschaft.

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        1. „Das System“ – die Maschinerie. Verantwortung ist darin nicht enthalten, nur in der Form, dass sie immer woanders ist. Deine Geschichte verwundert mich da nicht, ich finde es wichtig, dass du sie erzählst!!! Ich bin gerade sehr mit eigenen Aktivitäten beschäftigt, das Lesen und Stöbern muss daher etwas warten – ich vermisse es und habe schon viel nachzuholen: Gute Aussichten!!!

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          1. @ Alice – Das kommt mir grad sehr bekannt vor. Ich hab auch NICHTS getan in der Schule. Es fiel mir alles recht leicht, also konnen sie mir nichts. Ich war, man kann es nicht anders ausdrücken frech wie Dreck – „Sie wissen doch, dass ich keine Hausaufgaben mach“. Bis zum Abi mit schlechtem Schnitt, was mir aber auch egal war. Es reichte ja zum Germanistik studieren, was ich hauptsächlich deshalb tat, weil ich keine Lust hatte zu arbeiten.
            Dagegen habe ich immer gelesen und studiert, was mich interessierte – und Ende 30 noch mal eine außerbetriebliche Ausbildung gemacht. Das wollte ich, da hab ich mich angestrengt und auch sehr gut abgschlossen.
            Fazit: Im „System“ habe ich nichts gefunden, was mich irgendwie angeregt oder gefördert hätte.
            Nur in mir.

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  2. Das System is kurz vor Pleite, das steht auf ganz tönernen Füßen.
    Je nach Sichtweise gibt es schon noch sehr viel Albtraum heutzutage auf diesem Planeten.
    Gleichzeitig werden aber auch mehr und mehr Menschen wach.
    Ich bin so’n bisschen die Zwischen-Generation, von 1964.
    Hatte als junger Mensch aber viel ältere Freunde und Bekannte.
    Die Kinder der 68er sind auch schon langsam erwachsen.
    Wandel vollzieht sich allmählich, es ist ein Prozess und natürlich auch mit Umwegen und Sackgassen und Sisyphus.
    Aber die Evolution is ja nich zu Ende, gell, die geht immer weiter 🙂 !!!
    Ich denke, es is noch nich entschieden, ob diese Zuvielisation überlebt oder sich selbst vor die Wand fährt.
    Aber so oder so:
    Passieren tut was.

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    1. *1968. Die Entscheidung trifft jede*r Einzelne: Mensch oder Rädchen in der Maschine. Das „amtliche Rollenspiel“ des Vorschriftenbeachtens oder dem Menschsein verpflichtet? All die weltfremden Gesetz-Gebäude stürzen ein, wenn man letzteres tut. Vielleicht doch mit der einzigen Regel, das eine Bedürfnis nicht auf Kosten eines anderen oder einer/s Anderen zu stillen…

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  3. Ein Multiple Choice-Test (man könnte ihn für die Kinder anders nennen) ist eine sehr gute Lernmethode. Nachdem man den „Test“ durchgeführt hat, kontrolliert man die Antworten (ähnlich der Führerscheinprüfung) und „merkt“ sich die richtigen Antworten besser.
    Kombiniert mit dem Intervalleffekt kann man sich die Dinge besser behalten.

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  4. Ich sehe ein Hauptproblem, dass die Schule in Deutschland darauf ausgerichtet ist, auszusieben. Meiner Meinung nach sollte die Bezahlung abhängig davon sein, wieviele Kinder das Klassenziel schaffen und so sollte auch der Unterricht ausgerichtet sein!

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    1. Ich finde, dass Bezahlung abgekoppelt sein muss von Arbeit. Dann könnten wir alle endlich in Ruhe arbeiten. Da sinnvolle Betätigung ein Grundbedürfnis des Menschen ist, sehe ich hier auch keine Probleme.
      Die Zieldefinition in der Schule muss deutlich machen, dass es um das Kind geht, nicht um einen Plan. Dass es darum geht, den Kindern die Natur- und Kulturschätze zugänglich zu machen.

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        1. Der real existierende Sozialismus ist untergegangen. Ich denke, „Ismus“ weist auf Ideologie hin, das ist immer eine Frage der Zeit, dass die verschwinden. Was aber bleibt sind die Grundbedürnisse der lebenden Wesen. Wir können versuchen, die Gesetze zu erkennen, nach denen das geht, und mit ihnen besser zu leben versuchen.

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