Woche XXXXII | Freitag, 17.06.2016

Angenommen alles um mich herum ist ein Spiegel meiner eigenen inneren Umstände, die Menschen, die mich umgeben, sind nicht zufällig diese Menschen mit ihren jeweiligen eigenen Naturellen und Verstrickungen. Alles, was ich in ihnen sehe, ist allein meine Schöpfung. Sind sie mir Lust oder Last, zum Lachen oder zum Heulen – ich lerne nichts über sie, kann nichts über sie lernen, ohne mich selbst dabei mit zu betrachten. Denn alles, was ich sehe, was sie tun, kann alle möglichen Bedeutungen für sie selbst oder andere haben, es ist im Grunde völlig gleichgültig in seiner unglaublichen Beliebigkeit, wenn ich es nicht als die Palette der Möglichkeiten in mein Leben hole und mit Bedeutsamkeit belege. Es zählt immer nur das, was mit mir irgendetwas zu tun hat, was eine Regung bei mir hervorruft. Ich kann vielleicht aus der Palette der Deutungen wählen, wenn die aktuelle mir nicht passt. Also, wenn ein Verhalten mich alles andere als erfreut. Wenn ich Wut, Trauer oder andere unbequeme Empfindungen habe in Bezug auf Situationen und Handlungen anderer Menschen. Sonst gäbe es ja keinen Grund, alles zu überdenken. Ich könnte also versuchen, aus einem anderen Blickwinkel draufzuschauen und so alles ins rechte Licht zu bringen, ich könnte aus einer Negativ-Betrachtung in eine konstruktive Umdeutung finden. Was ich daran merken würde, dass aus dem Unwohlsein in Bezug auf die Lage Freude wird.
(Reicht das wirklich? Oder braucht es Umstellungen?)
So werden alle Menschen um mich herum zu einem Buch, in dem ich über mich selbst lesen lernen kann. In dem ich herum wandern kann, bis ich die heimeligen Orte und Blickachsen kenne und auch die Wege dorthin. Ich richte mich ein, in Bezug auf die Gegebenheiten, die inneren und äußeren, falls man das überhaupt so trennen und nennen kann. Dann ändert sich mal was, alles fließt, die Erde dreht sich weiter oder ein Mensch kommt dazu oder verlässt die Nähe. Ich plumpse aus meiner Komfortzone heraus, und darf mich auf den Weg machen, die Harmonie wieder zu finden. (Herzustellen?) Auf die nächste Wanderung des Lernens oder Festigens. (Schöpfen? Gestalten?)
Anspannung – Entspannung. Ein fortwährender Wechsel.
Aber wie ist es mit den Kindern, die durch mich auf die Welt gekommen sind? Was sind sie auf meinem Bildschirm?
Es heißt, die Schwächsten tragen und zeigen die Symptome. Sie sind in meinen Garten geboren und in ihn hineingewachsen, und sie bringen die Wirkungen zum Vorschein, die dieser Garten zeitigt. Wie das Kind im Märchen, das ruft: „Aber der hat ja gar nichts an!“ Der Kindermund tut Wahrheit kund, sagt man.
Wenn mir nicht gefällt, was ich an meinen Kindern beobachte, dann handelt es sich wohl folgerichtig um eine unbequeme Wahrheit über mich selbst? Wenn ich dann die Kinder zum Arzt oder Psychologen oder Therapeuten schleppe, dann diagnostiziert der letztlich meine eigenen Baustellen? Da sie als Lebewesen eine Eigendynamik haben, will ich mir das nicht einfach linear-mechanisch vorstellen, es ist wohl das Knirschen an der Schnittstelle, am Interface, das durch meine Beschränktheit ermöglicht wird, durch mein jeweils noch mangelndes Wissen und Verstehen. Durch das ich, zwar für mich bisher tolerable oder aushaltbare, Kompromisse aufgezeigt bekomme, die jetzt, mit Jungpflanzen, nicht mehr haltbar sind, wenn ich diese nicht leiden und darben sehen will.
Wieviel Verantwortung können die Kinder selber übernehmen? Solange sie nicht erwachsen und eigenständig sind, glaube ich, keine. Sie bleiben mit ihren Antwort- und Handlungsmöglichkeiten immer durch ihre Abhängigkeit beschränkt. Immer nur reaktiv. Bei aller Erfindungskraft, die sie dabei einsetzen mögen. Solange sie Heranwachsende sind, brauchen sie sie, um von ihrem Platz aus den Weg zum Licht zu suchen, und koste es Verrenkungen aller Art. Augenhöhe und Verantwortlichkeit kann erst bei Reife und Ausgewachsensein eingefordert werden. Bis dahin geht es um den Weg nach oben, mit allen möglichen Experimenten und Erfahrungen. Die ich Erwachsene entweder einräumen, begleiten und betreuen kann, oder aber nicht – wenn ich selbst diese Wachstumsaufgaben noch nicht gemeistert habe. Das zeigen mir meine Kinder.
Das zeigen Kinder ihren Lehrer*innen.
Alle Verantwortung für das Lernen der Kinder liegt bei den beteiligten Erwachsenen. Denn die Kinder lernen, und tun die ganze Zeit nichts anderes. Sie lernen ihre Umgebung. Mit Wiederholung als der Mutter der Weisheit und anhaltender Übung als dem Vater der Selbstverteidigung und Lebensrettung. Sie übernehmen die erfolgreichen Strategien und Wege der Großen, um ihre eigene Nische zu finden, ihren schützenden Wachstumspfad hinauf zu den ausgewachsenen Wipfeln.
Dann erst können sie aus unserem Schatten treten und im ungefilterten Sonnenlicht eigene Antworten erschaffen.
Wenn die Kinder in unseren Augen nicht gut lernen oder Schwierigkeiten in oder mit der Schule haben, dann ist es unsere Aufgabe als Erwachsene, uns darum zu kümmern. Wir müssen die Antworten geben. Wir müssen den Raum für das gewünschte Wachstum geben, Zugriff auf die „Nährstoffe im Boden“ gewähren und die Richtung sichtbar machen, aus der das Licht kommt – in der das Ziel liegt. Da hilft auch kein Ziehen und Schieben und Stützen, wenn das nicht zu sehen ist.
Meine Beobachtungen und Gedanken zum Schulleben meiner Kinder bescheren mir am Ende der 42. Woche dieses Schuljahres eine Erkenntnis, für die sich mein Blogvorhaben gelohnt hat. Alles ist klar vor meinen Augen. Ich fühle mich ganz leicht. So ein schönes Gleichnis! Diesen Platz in meinem Garten muss ich mir gut merken (werde ich ihn wiedererkennen?) und den Weg dahin sicherlich noch öfters suchen, bis ich ihn wieder finde. Aber nun weiß ich, dass es einen solchen Ort gibt, und ich werde das nie vergessen.
Ich habe noch Einiges zu tun, wenn ich glückliche Kinder sehen will. Vor allem ist da Angst zu überwinden. Oder aufzulösen. Angst zu versagen, Angst für mich einzustehen, Angst Probleme anzusprechen und Konflikten ins Auge zu sehen. Angst, meine Stärken zum Vorschein zu bringen. Ich habe das in meinem Leben noch nicht gemeistert, bisher ist es immer misslungen. So oft, dass ich des Lebens direkt müde geworden bin, mit all seiner Vergeblichkeit und Enge. Ich lege nicht Hand an mich, selbst zu so einer Aktion bin ich zu müde. Ich richte mich einfach unmerklich zu Grunde. Nach aller Wut meiner Jugendjahre, dem Kopfzerbrechen während der Kinderpflege, der Trauer im Abschied von der Zuversicht – heute nun diese klare Sicht in den blauen, sonnendurchfluteten Himmel!
Ich erhebe mich über die letzten Schatten meiner eigenen Kindheit, scheint’s.
Wohlan.

Woche XXXXI | Montag, 06.06.2016

Wenn sich ein Kind vor der Schule versteckt, mag das darüber beredtes Zeugnis ablegen, dass es von zu Hause nicht mit den Werkzeugen und Techniken des Kampfes ausgerüstet worden ist. Dass es sich für Flucht und Rückzug entscheidet, wurzelt vielleicht in einer Vielzahl von Misserfolgserfahrungen in verlorenen Kämpfen. Oder in seiner Sensibilität gegen Krach und andere grobe Kräfte wie Machtspielchen.
Vielleicht schon in den Misserfolgen als Baby, als es um die Aufmerksamkeit, die Spiegelung und das Echo kämpfte, die es dringend brauchte, um sich verbunden und damit sicher fühlen zu können. Um seiner selbst gewahr zu werden, sein Selbst-Sein zu spüren zu bekommen mit allem was dazu gehört: Bedürfnissen und Grenzen.
Ja, ich kann mich als Mutter fragen, ob ich mein Kind gut ausgerüstet habe. Vielleicht übernehme ich in meiner Fürsorglichkeit zu viele Aufgaben und bringe mein Kind damit um die Notwendigkeit und Möglichkeit, selbst zu tun, was es kann. Aber wenn mein Kind den Willen zum Selbsttun verloren hat, dann steckt da möglicherweise die Resignation vor dem Übermaß dahinter. Und es will sich mit dem Letzten schützen, was jetzt noch geht: Verstecken.
Ich habe drei Kinder, sie sind alle verschieden, haben alle dieselben Eltern. (Oder diegleichen, wenn man sie als Fluss betrachtet, in den man nicht zweimal steigen kann, auch wenn es geografisch dieselbe Stelle wäre.) Ihre Arten sich zu verstecken sind unterschiedlich. Eines hat sich einen unsichtbaren Komplettschutzschild zugelegt, an dem alles abprallt, was es sich nicht selbst ausgesucht hat. Eines kommt zu mir gerannt und vergräbt sich in meinen Schoß. Eines verkriecht sich im hintersten Eckchen der Wohnhöhle und von dort aus tritt es die weitere Flucht tief in die hintersten Winkel der Fantasy-Medien an. Unter dem zusätzlichen Deckmantel von körperlichen Krankheitssymptomen, wenn das nicht reicht. (Ich selbst tarne mich meistens mit Lernen und Experimenten und Neuanfängen, den denen wohnt ein besonderer Zauber inne, von dem ich nicht genug bekommen kann.)
Alle drei haben bei mir zu sprechen gelernt, alle drei waren sie Plappermäulchen erster Güte. Zwei sind verstummt, seit sie zur Schule gehen, das dritte droht die Sprache zu verlieren, aber noch bekomme ich, wenn auch mit einiger Verzögerung, Manches erzählt.
Ich meine nicht stumm im buchstäblichen Sinne. Ich meine, dass sie Sprache im Ernstfall nicht mehr als Mittel des Selbstausdrucks nutzen. Sie fallen zurück in unartikulierte Beschwerdeäußerungen und Weinen, wenn sie sich sicher fühlen, oder verschieben das Ganze: in Fettpölsterchen oder Kopfschmerzen, zum Beispiel.
Ihre Angst haben sie nicht hier zu Hause gemacht bekommen. Wir haben sie nicht unter Erfolgsdruck gesetzt. Wir haben getröstet, wenn’s mal schief gegangen ist, haben versucht herauszubekommen, was und wie es gelaufen ist.
Ihre Angst haben sie „draußen“ gesammelt.
In der Obhut von Erwachsenen, denen ich sie vertrauensvoll anheimgestellt habe – fraglos, aber mit dem großen Hoffen auf nette Lehrer*innen, ist ihnen angst und bange geworden. Sie haben die Lust zu lernen immer mehr verloren, immer mehr Furcht vor irgendwelchen Maßnahmen gewonnen, mit deren Hilfe diese professionellen Erwachsenen erreichen wollten, dass sie die Anforderungen erfüllen. Wenigstens die nach Disziplin, denn die guten Ergebnisse im Lernen sind ja Privatsache, das können sowieso nicht alle.
Mein Vertrauen ist geschwunden. Ich bin nun gegen die Schulpflicht, die ich einst als Privileg ansah – als Selbstverpflichtung einer Gesellschaft, ihren Sprösslingen eine solide Basis fürs spätere Leben zu verschaffen. Meine sind beim Gedanken an Schule zermürbt. Was hilft’s, ihnen die viel schlimmere Situation anderer Kinder vorzustellen?
Ist die wirklich schlimmer?
Klar, da zwickt der Hunger noch direkt in den Bauch und macht die Schimpfereien der Lehrerin zum geringeren Übel. Hier aber spüren wir die manipulative Behandlung der Kinder sehr deutlich, keine Armutsschmerzen übertönen das.
Ja, ich empfinde das Unterrichtsgeschehen hier als unterdrückend und manipulierend. Ich finde es sehr treffend dargestellt, wenn es in den Begriffen von Objekt und Subjekt betrachtet wird: Die Kinder als Objekte der Beschulung, Bewertung, Beprüfung und Betestung, Bestrafung, Beleidigung, Bedrohung, Beurteilung. Das ist ganz subtiles, systematisches Mobbing, die Erwachsenen gegen die Kinder. Die Kinder untereinander sind weniger zimperlich, aber gelernt haben sie es von den Großen. Und sei es dadurch, dass die den Kindern, die Hilfe bei ihnen suchen, sagen, sie sollten das alleine klären, ohne sie dazu anzuleiten, wie ein Konflikt im Gespräch gelöst wird.
Meinen Kindern bietet unsere Gesellschaft ein aus Steuern finanziertes Gruselkabinett mit der Aufschrift „Kulturschatzkiste“, das sie nicht straflos meiden dürfen. Und wenn sie drin sind und sich fürchten, dann bekommen sie gesagt, dass das doch Quatsch sei und es gar keinen Grund gebe. Und im nächsten Augenblick setzen die Sprecher wieder die Masken der Pflicht erfüllenden Rollenspieler auf und sind als Menschen fast unkenntlich.
Übertreibe ich?
Auch ich spiele in diesem Gruselkabinett mit, lasse mir einreden, ich müsse meine Kinder da durch jagen, damit sie fit fürs Leben werden. Beim Arzt muss ich für jeden Impfungspiks unterschreiben, dass ich dieser vorsätzlichen Schmerzzufügung zustimme und auch den Risiken und Nebenwirkungen in der Packungsbeilage. Die seelische Verstümmelung meiner Kinder in der Schule muss ich ungefragt hinnehmen, wenn ich mich nicht wegen Schulschwänzen strafbar machen will.
Und komme mir keiner mit der Ausrede, dass das ja alles nicht wegen meinen Kindern so eingerichtet ist, sondern um die Bösen im Zaum zu halten. Diese Schutzmaßnahmen gegen die „Bösen“ bewirken dort genausowenig Gutes wie sie meinen Kindern Schutz und ungestörtes Lernen bieten.
Hinzunehmender Kollateralschaden?
Ihr Kinderärzte und Psychiater, Lerntherapeuten und Sozialarbeiter*innen, brecht euer Schweigen und erzählt den Eltern der „Starken und Erfolgreichen“ und den Lehrer*innen, was ihr für Abgründe zu sehen bekommt! Welch wundervolle Geschöpfe ihr retten müsst, und wodurch diese sensiblen, kunstreichen Kinder so verstört werden. Was sie brauchen, um zu gedeihen. Diese Traumschüler*innen, die ihre enorme Bereitwilligkeit zur Gemeinschaft und zu guten Zensuren mit ihrer Gesundheit bezahlen.
Ich glaube, ein Großteil unserer Stumpfheit gegen das Leiden könnte geheilt werden, wenn wir wieder zu Gärtner*innen würden: Dann könnten wir ein Gefühl für die Bedürfnisse anderer Wesen entwickeln, denn Pflanzen lassen sich nicht befehlen. Sie brauchen die richtigen Umstände, um ihr volles Potenzial zu entfalten, Klima, Bodenbeschaffenheit, Nährstoffe. Ein Gärtner zögert nicht, das optimal einzurichten. Ein Gärtner freut sich an der Vielfalt, und jede eigen-artige Pflanze, der er zu Blüte und Frucht verhelfen kann, erfüllt ihn mit Gärtnerstolz auf seinen grünen Daumen. Und je größer die Auswahl, mit der er das schafft, um so glücklicher wird er.
So geht es auch denjenigen Lehrer*innen, die als Menschen mit Menschen arbeiten, oder wie Gerald Hüther es ausdrückt, als Subjekte mit Subjekten. In der Gewaltfreien Kommunikation heißt das verletzlich miteinander zu kommunizieren.
Wer macht den Anfang?
Ich. Warum nicht.
Also: ich habe Angst vor Leuten, die nur ihren Job machen, die Sachen machen, weil sie müssen oder weil sie sonst ihren Job verlieren. Ich habe Angst, etwas falsch zu machen. Ich habe Angst, nicht gut genug zu sein. Ich habe Angst, ausgelacht zu werden.
Nächstes Mal mehr.

Woche XXXX | Montag, 30.05.2016

Manchen Kindern, die drei Wochen lang ein Praktikum absolvierten und dann wieder in die Schule zurückkehren, fehlt diese praktische Zeit dann schmerzlich. Das heißt nicht, dass sie nicht mehr lernen wollen, aber eben einfach nicht mehr so theoretisch, gezwungen und fern vom Leben. Sie möchten gute Bildung, weil sie wissbegierig und verständnissuchend in die Welt schauen, und ein Abiturzeugnis, weil das eben die Eintrittskarte für die weiteren Bildungswege ist. Nur leider erstickt die Schule mit ihrer Arbeitsweise jeglichen eigenen Impuls der Wissens- und Verständnissuche, zerreißt die geistigen Prozesse, bietet zerstückeltes Betrachten, Forschen und Lernen und traktiert die Lernenden als Objekte der Überprüfung. Würden sie hier als Subjekte gesehen, wie es Gerald Hüther in den Blick rückt, müssten sie die Möglichkeit bekommen selbst zu bestimmen, wann sie ihr Wissen prüfen wollen, was sie als Nächstes lernen und wie lange und auf welche Weise sie sich damit befassen wollen.
Die Schule hat sie wieder nach einem belebenden Praktikum im echten Leben, zwängt sie wieder ins Stundentafel- und Testkorsett. Es tut einfach nur weh, gerade flackerte ein munteres Flämmchen der kindlichen/jugendlichen Lebendigkeit auf – ich meine nicht die pubertären Auswüchse, die mächtiger sind als Schule – Kreativität und die (Vor-)Ahnung von Sinn im eigenen Leben wagten sich ans Licht, und nun bleiben sie zurück als verblassende Erinnerung. Die Auswertung der Praktikumsmappen geht im Kämmerlein der betreuenden Lehrers vor sich, der Austausch der Lernenden untereinander bleibt auf private Anekdoten beschränkt, nachfolgende Inspiration, gegenseitige Spiegelung und Bekräftigung bleiben aus. Im Praktikum haben sie dagegen jeden Moment Rückmeldungen über ihr Handeln von den anderen Anwesenden bekommen, bewusste und unbewusste, sprachliche und nichtsprachliche.
Bevor eine tragfähige Vision vom Leben nach der Schule entstehen kann, die dem schulischen Lernen Sinn verleihen würde, kehrt die tägliche Tretmühle in das Leben der jungen Menschen zurück.
Ohne meine Rettungseinsätze würden meine Kinder die Schule nicht überstehen. Sei es krankenschwesterliche, hausaufgabenunterstützende oder nachhelfende Arbeit oder die Bezahlung anderer Personen dafür – die Schule dringt tief in das Familienleben ein. Wenn alle Eltern sich dessen bewusst würden, was sie leisten, damit die Schule so bleiben kann wie sie ist, würden sie vielleicht in Streik treten und sagen: „Was hier aus unseren Steuern gemacht wird, ist nicht zielführend.“ Wenn sie sich bewusst wären, wie es sich für ein Kind anfühlt, in der Freizeit, zu Hause auch noch Schule machen zu müssen und nicht nach Herzenslust spielen oder ein Hobby ausüben zu dürfen! Zu Hause wird ein gefährlicher Ort, an dem es nicht sicher ist vor den Schulproblemen, so es sie gibt!
Wenn Eltern den Schmerz spürten, den das Absterben jeder einzelnen Nervenzelle im Gehirn auslöst! Wir haben Schläge und andere körperliche Gewalt abgeschafft, weil’s weh tut. Nun müssen wir den Mord an der eigenen Motivation, Kreativität und Wissbegier abschaffen! Die Vergewaltigung der Seele. Wir mussten da auch durch und es hat uns nicht geschadet? Wir reichen den Schmerz weiter. Klar kann man an den Herausforderungen wachsen, aber dann dürften sich die Leichen im Keller nicht so hoch stapeln.
Meinen ganzen Blog schreibe ich wahrscheinlich nur aus solchen Schmerzen heraus. Und bei aller Münchausenhaften-Mich-Selbst-Aus-Dem-Sumpf-Zieherei kann ich doch eines nicht alleine: Mein Bedürfnis nach menschlicher Gemeinschaft stillen. Dazu brauche ich andere Menschen. Und es schmerzt, wenn sich niemand findet, der mir die magischen Begegnungen beschert, die unsere Märchenfiguren am Ende „erlöst“. Das sind Leute, die sich nicht an den Schwächen und Fehlern stoßen, die sich nicht über Dornenhecken aufregen oder unwegsame Waldwege und Scheintote in gläsernen Särgen. Es braucht ein ganzes Dorf, um die Bedürfnisse eines Menschen zu stillen, es reicht nicht ein einzelner Märchenprinz, der aber setzt eben allem die Krone auf 🙂 (Als Einsiedlerin käme ich insofern gut klar, als ich sehr gut mit mir allein sein kann. Aber es kommt letztlich immer einer, der sich dazudrängelt oder den Platz gar für sich beanspruchen will.)
Den Kindern zu sagen, sie müssten jetzt dies und alles Mögliche lernen, weil sie es später brauchen, ist reine Verschwendung, wenn man genausogut Situationen finden und schaffen kann, in denen der Sinn unmittelbar erlebbar wird: von Schreiben, Rechnen, Lesen, Wissen. Das geht beim Theaterspielen los, beim Musizieren weiter, Malen, Bauen, Kaufen, Forschen…
Stattdessen würgen wir den lebendigen Impuls mit dem Hinweis auf Pläne und Vorschriften ab. Ich als Mutter, indem ich mich den Vorschriften eines Schulgesetzes beuge aus Angst vor den Strafen bei Verweigerung, indem ich mein Kind Menschen anvertraue, die in ihrer Arbeit auch gegen ihr eigenes Herz handeln um die Vorschriften zu erfüllen, so wie ich, wenn ich mich nicht traue da nicht mehr mitzumachen.

Woche XXXI | Montag, 28.03.2016

Noch bekommen wir die geklaute Stunde nicht in aller Härte zu spüren, wir haben noch zwei Tage Ferien vor uns. Die Umstellung auf Schulrhythmus wird jedoch nicht nur deshalb schwerfallen. Wenn wir in den Ferien nach einigen Tagen unseren eigenen Rhythmus gefunden haben, unsere eigenen Beschäftigungen, unser eigenes Maß, dann ist das nur selten nahe am Rhythmus des Schullebens. Meine Teenager verlagern ihr kreatives Schaffen eher in Richtung Nachmittag, Abend und Nacht. Wer Spätschicht macht, muss natürlich morgens länger schlafen. Sie haben also ohnehin eine ordentliche Umstellung zu meistern. Zum Glück steht hier inzwischen die Freude auf das Wiedersehen mit Schulfreund*innen im Vordergrund und verleiht die nötige Lust darauf, entsprechend zeitig da zu sein.
Der Lütte ist noch von Neugier aus morgens beizeiten munter, will dem recht früh aufstehenden Papa nahe bleiben und tappelt uns noch von sich aus hinterher. Seine Müdigkeit einzugestehen und entsprechend zeitig schlafen zu gehen, erlaubt ihm aber auch sein Stolz nur selten – nur in den Fällen, wo auch wir Eltern uns ins Bett begeben.
Für ihn also reicht es, wenn wir vorangehen, für die Teenies ist das kein Grund mehr. Bestenfalls eine Gelegenheit für die fortschreitende Abnabelung, hier in ihrer Ausprägung als Gegenteiltun.
Mir fiel die Zeitumstellung immer schwer, ich kann mich kaum an ein Jahr erinnern, in dem ich unberührt davon blieb oder vielleicht sogar froh über die bessere Ausnutzung des Tageslichtes und die damit einhergehende längere Nachmittagshelligkeit. Wenn man die Schlafräume richtig dunkel kriegt, schlafen die Kinder am tageshellen Abend etwas besser ein. Ich habe dann im Idealfall noch ein bisschen Licht für Verrichtungen draußen im Freien oder kann die Abendstille mit dem Himmelsschauspiel einfach bestaunen und genießen. Schade für die Kinder, die schon ins Bett müssen. Es ist ein jahreszeitliches Erleben der Natur, das ihnen verwehrt bleibt, bis die nächsten Ferien kommen. Und da sie gewohnheitsmäßig Schreibtisch- und Bildschirmarbeiter*innen sind, braucht es durchaus auch besonderen Einsatz, sie an die frische Luft zu befördern.
Ich beobachte bei meinen immernoch Züge der Höhlensuche. Nicht mehr so ausgeprägt wie noch zu Beginn des Schuljahres, als ich mich entschloss, diesen Blog zu schreiben. Das Bedürfnis nach Sicherheit, Schutz scheint ganz gut gesättigt zu sein inzwischen. Nun tritt in den Vordergrund, sich ungestört in etwas zu vertiefen. Ich habe beobachten können, wie eines meiner Kinder sich „Für Elise“ auf der Gitarre aneignete: ich habe es mir vor Jahren nach Noten erarbeitet, die Noten sind irgendwo verschollen, also blieb nur Zeigen und Nachmachen. Hundertemale spielte dieses Kind die Griffe durch, es wäre wirklich zu schade gewesen, wenn ein Pausenklingeln und Themenwechsel es darin unterbrochen hätten. Es spielte solange, bis es mit sich selbst zufrieden war, mit der Zwischenetappe, die es erreicht hatte, die es sich im Übungsprozess dynamisch vorgenommen hatte – je nach den Kräften, nach dem erlebten Fortschritt und dem damit zusammenhängenden Gefühl des diesmal noch Machbaren. Klar wurde auch ich immer wieder gefragt, wie ich es finde. Besser gesagt wurde mir klar gemacht, was ich toll finden sollte, gemeinsam mit dem kämpfenden Kind, dessen Anstrengungsbereitschaft unermesslich schien. Es wollte seine Freude teilen, es wollte Resonanz für seinen Stolz, Bestätigung, Bekräftigung, Rückversicherung. Aber sein eigenes Erleben, wie gut es mit der Zeit klappte, war das Größte. Die Fragen an mich waren rein rhetorisch – ist das nicht toll?
Es hatte nichts mit Überheblichkeit zu tun oder mit Realitätsferne. Mein Kind war im Frieden mit sich selbst, und es wollte sich nicht ins Verhältnis mit äußeren Maßstäben setzen zur eigenen Orientierung.
Dann wurde zwischendurch auch die Version für’s Keyboard wiederholt und nach drei Stunden konnte das „Thema“ abgeschlossen werden für den Tag.
Wie gut das Einüben sich verankert hatte, konnte ich am nächsten Tag erleben – rhythmisch schon sehr ebenmäßig floss das Stück durch den Raum, immer wieder hier und da noch ein Schnitzer, weiteres Ausbügeln, weiteres Automatisieren, weiteres Üben im Rausch der Fehlerfreiheit. Dann der Vorführeffekt: nach all diesem Üben taucht das Kind aus seiner Versenkung auf und möchte froh präsentieren: Da holpert’s plötzlich wieder an allen möglichen und unmöglichen Stellen, bis das Kind sich zurückbesinnt auf’s Spielen statt auf’s Vorführen. Wenn das nicht „Für’s Leben Lernen“ ist! Für den Ernstfall, wenn’s gebraucht wird. Eitelkeit ausschalten, auf die Tätigkeit selbst konzentrieren. —
Also, ich versuche, nicht an die Zeitumstellung zu denken, solange ich daran nichts ändern kann oder bis mir ein tolles Kunstwerk dazu einfällt, ich versuche, mich auf das Anliegende zu besinnen. Ich bin ein lebendes Wesen, dynamisch, selbstorganisierend. Und wenn eines meiner Kinder am Donnerstag morgen aus irgendeinem Grund nicht in der Lage ist, so früh loszulegen, werde ich mich seiner Gesundung widmen.
Ich hoffe, das Osterfest ist für uns ein Grund zur Freude gewesen, ich sehe es als Ermutigung dazu an, sich den Bedürfnissen des Lebens liebevoll zuzuwenden. Und den Handhabungen und Weichenstellungen einer Gesellschaft auch. Aber nicht als ewig unveränderlich. Die starren Orientierungshilfen (auch in der Schule) nehme ich voller Mitgefühl als Auswuchs der Angst in Augenschein und wirke mit Freuden darauf hin, sie unnötig zu machen. Auch eine Stunde früher als im Winter. Warum nicht?

Woche XV | Freitag, 11.12.2015

Seit Dienstag war McFlitz zu Hause, mit Husten und Schnupfen, er ist heute wieder in der Schule, gestern machte Oishi-Kawaii eine Verschnaufpause (sie hatte sich bei dem Versuch, eine Präsentation zu erstellen am Abstürzen des Programmes erschöpft und außerdem am Gedanken an einige weitere Vorträge, die auch noch vorzubereiten waren) und heute ist Kkumhada mit Kopfschmerzen in der Waagerechten.
Ich selbst hatte am Montag eine Schwitzrunde auf dem Zettel, dann gab es am Mittwoch den Film „alphabet – Angst oder Liebe“ im Gymnasium, zu dem wir die Pädagog*innen einluden. Darauf folgte für mich eine schlaflose Nacht, ich war so aufgewühlt. Nicht vom Film, den hatte ich mir schon einige Tage zuvor nochmal angesehen, aber von den Gesprächen im Anschluss. Abwehr, Geringschätzung, Bewegtheit, Begeisterung – alles war dabei.
Gestern wurde ich gefragt, ob es nicht was für mich wäre, den Flüchtlingen Deutsch beizubringen. Mein Verstand sagt ohne zu zögern JA! aber es gibt emotional-seelisch eine für mich noch nicht zu fassende Hürde. Ein Konglomerat von Befürchtungen aller Art ist wie ein Schutzwall mit Abwehreinrichtungen um mich herum errichtet, aus dem ich mich nicht hervorwage. Es reicht von „Ich kann das nicht“ über die Angst vor den Männern mit einem fremden Frauen(rollen)bild bis hin zu spontaner Ermüdung beim bloßen Gedanken an eine systematische Verpflichtung.
Dem gegenüber habe ich wieder an meinem eigenen Angebot „gebastelt“, das seinerseits leider noch keine Abnehmer*innen finden konnte. Eine Zwickmühle. Ich mache etwas SchönesGutesWahres, für das ich allseits gelobt werde, aber das keiner nutzen will, jemand braucht etwas GutesWahresSchönes, das ich nicht kann. Emotional. Welche alte Geschichte mag da wohl wieder dahinterstecken? Denn ich bin ja nicht so verbaut auf die Welt gekommen. Und irgendwann habe ich zur Rettung meines Lebens mal diesen Schaltkreis eingerichtet, der jetzt so hinderlich wird. Also: die nächste Aufklärungs- und Heilungsmission in Sicht.
Ich bleibe dabei, ich möchte, was ich tue, mit Liebe tun. Mich nicht dazu überwinden müssen. Meine Emotionen, die mich vor irgendetwas warnen und schützen wollen.
Ich habe sie für mich sortiert, die 7 Grundemos:
neutral: Überraschung
annehmend: Freude, Trauer, Angst
abwehrend: Verachtung, Ekel, Wut/Ärger
Das, was mir Angst macht, müsste nun an eine der abwehrenden Instanzen weiter geleitet werden, dazu müsste Angst mal unter dem Schaltpult hervorkommen und die anderen alarmieren, damit sie sich der Sache annehmen können. Leider waren die seinerzeit in der „Schule der Kindheit“ nicht gern gesehen, hatten gewissermaßen Hausverbot und haben also einigen Lernstoff nachzuholen… Mein emotionales Immunsystem reift langsam nach.
Bei meinen Kindern kann ich mithilfe dieser Vorstellungen vieles gut nachvollziehen, bei den Kindern anderer Leute gelingt mir das noch weit besser, bzw. leichter. Vielleicht weil ich da aus größerem Abstand heraus sehe und weniger von den Details aufgehalten werde.
Meine Lungenentzündung als Kind steht ganz sicher auch mit seelischem Erleben im Zusammenhang. Und meine Anginen, mein Dauerschnupfen. Wenn ich mir vor Augen halte, dass jegliche Empfindung und Wahrnehmung biochemisch umgesetzt wird und von bestimmten Zellen und Organen ausgetragen wird, dann gibt es sicherlich auch einen thematischen Zusammenhang zwischen Körperteilen und seelischen Themen. Mir gefällt die Analogie schon lange (Von etwas die Nase voll haben, z.B.), aber jetzt ist es sicherlich nur noch eine Frage der Zeit, bis der Zusammenhang für alle sichtbar wird. Und damit glaubhaft oder annehmbar. Und endlich nicht mehr als Einbildung abgetan wird. Mir macht es nicht viel aus, wenn ich als Spinnerin angesehen werde, aber in manchen Kontexten kann mir das richtig gefährlich werden. Wenn z.B. jemandem das als Begründung für seine Sorge darum dient, ob ich denn meine Kinder vielleicht in Gefahr bringe… Ja, hier bin ich verwundbar, erpressbar. Hier mache ich schnell den Kompromiss und verstecke mich lieber einmal mehr als einmal zu wenig.
Dass die Kinder aber einer profitorientierten Ökonomie und kriegsgeilen Wirtschaft geopfert werden, indem ihre Eltern systematisch entwürdigt werden, weil sie als kooperative Wesen nur die Wahl haben, sich diesem kriminellen System anzupassen. Das ist schizophren, falls ich das Wort richtig auffasse. Zum Verrücktwerden.
… oder es mit Zivilcourage umzukrempeln (und damit für einen guten Zweck Kriminalisierung zu riskieren) – wenn ich mir das überlege, dann ist es doch eigentlich eine leichte Entscheidung … Aber – ich will mit meinen Kindern leben. Also weiterhin auf der Hut bleiben. Gleichgesinnte finden. Schlafende wachküssen. Rückbesinnung anregen.

Kurzmitteilung

Helikoptereltern?

Ein anregender Begriff, ich weigere mich, ihn auf mich anzuwenden, aber er drängelt sich auf. Nun gut, soll er. Schließlich bin ich tatsächlich in Sorge um meine Kinder, und warum nicht mal von oben draufschauen?
Ja, meine Kinder zeigen solche Symptome, die auf Verwöhnung hindeuten. Sie machen vieles nicht, was sie könnten, quengeln gerne mal. Verweigern sich den Anforderungen in unserem Leben.
Aber halt – nicht immer. Ich sehe sie auch herumtollen und ausprobieren. Musikinstrumente, Naturmaterialien, Spiele (auch elektronische), das Kochen und Backen, sie richten sich häuslich ein in Lieblingsplätzen, lesen, knobeln, schreiben eigene Briefe oder Geschichten.
Nanu?
Aber, wenn sie sollen, geht das alles nicht. Sich anziehen, Stulle schmieren, Zähne putzen, Luft holen.
Wenn ich sie den (teilweise ungeliebten) Verhältnissen anbequemen will (Eva Strittmatter), können sie nicht, wollen sie nicht.
Ich bin keine Freundin von Zwang. Was also tun?
Helikoptern. Denn ich bin es, die Ja sagt zu den Zwängen der Gesellschaft. Aus Feigheit. Angst. Also bin ich in der Zwickmühle. Ich sehe den Unsinn. Hier steckt die Angst, das Stillhalten und Hoffen, dass es von alleine vorübergeht. Ich breite solange meine Fittiche über die Küken.
Was ist das für eine Gesellschaft, vor der ich meinen Nachwuchs schützen zu müssen empfinde???
Ich komme aus diktatorischen Verhältnissen und bin auf dem Weg in die Freiheit. Ich habe Umgangsformen und andere nützliche Dinge als Vorschriften gelernt. „Man macht das (so, nicht, …)“ Und war ich nicht willig, so gab es Strafen, Schläge, Zwang. Und war ich willig, gab es Korrekturen, Mangelhinweise und Ermahnung. Und manchmal ein Lob, das mich abheben ließ. Mit Bruchlandung. Ich möchte das nicht an meinen Kindern wiederholen, mir bleibt zu erfinden, wie es denn gewaltfrei ginge. Ich probiere und studiere. Solange ich ratlos bin, lasse ich es wie es ist, beherrsche meinen Frust. Ich habe auch das Glück erlebt, inspirierende Vorbilder zu finden hier und da. Dann ist vieles einfacher. Nachmachen, den Effekt erfahren, den Zusammenhang begreifen, weiter so.
Ich brauche immer dann besonders viel Kraft und Zeit, wenn das Mitwachsen nötig wird. Gerade habe ich eine akzeptable Strategie gefunden und alles läuft wie geschmiert, da verlassen die Kinder dieses Entwicklungsstadium und ich muss mitwachsen, ehemals nützliche Gewohnheiten abtrainieren, neue Zusammenhänge erforschen. Denn die sollen bei mir die Bedeutungsgeber sein. Natürliche Folgen, keine Strafkataloge. Wir machen also Erfahrungen. Wie geht es mir, wenn mein Kind mich nicht begrüßt? Will ich auf Formen bestehen, die nicht mit Leben gefüllt sind? Muss warten, bis sie sich im Leben als wirkungsvoll herausstellen für die Kinder. Kann sagen, dass sie mir wichtig sind, und es selbst so machen.
Ich habe ein wenig Angst, besonders in Bezug auf mich selbst, wenn ich ungehorsam sein muss, um dem Menschlichen zu dienen. Genauso groß ist meine Unsicherheit, Ratlosigkeit, der Zweifel, ob dieses oder jenes richtig ist. Aus ihr heraus tue ich Dinge anstelle der Kinder, die sie selbst könnten.
Ihr Schmerz ist auch oft mein Schmerz. Es heißt, die Kinder sind unsere Chance zur Aufarbeitung eigener unerlöster Verletzungen. Ja! Wenn ich für sie einspringe, dann eigentlich für mich. Ich hole da was nach. Was mir meine gesellschaftliche Umgebung seinerzeit nicht bot. Es ist hart, das auseinander zu halten zu lernen. Aschenbrödel hilf!
Je mehr ich meine eigenen alten Baustellen vollende, desto mehr Vertrauen gewinne ich zurück. Resilienz für mich, Zuversicht für die Entwicklung und das Lernen der Kinder. Und kann sie in Ruhe lassen. Sie machen das schon. Ihre Erfahrungen. Auch die mit ihrer eigenen Bewirkungskraft. Schließlich sind sie nicht allein und verlassen! Helikopterlandung möglich. Lieber zusammen sein und gemeinsam die Lage betrachten. Ich nehme sie mal mit auf eine Tour…

Woche VI | Freitag, 09.10.2015

Ich habe die Mädchen zur Schule gebracht, sie scheinen keine ernsthaften Sorgen zu haben. Kkumhada war ein bisschen traurig, weil gestern ihre Fahrstunde mit häufigem Motor-Ausgehen angereichert war, sie im Nachgang jedoch nicht mit dem Fahrlehrer auswerten konnte, woran das gelegen haben könnte. Oishi-Kawaii hat tatsächlich öfters in ihr Tagebuch geschrieben und kann das als wohltuende Möglichkeit empfinden. Auch unterhaltsam, jedenfalls die Lektüre älterer Einträge. Sehr wortkarge. Das Tagebuch als Ort des Selbstausdruckes, des stillen Übens und Betrachtens. Des Denkenlernens, des Gefühle-Wahrnehmens.
Hatte ich früher auch gemacht. Und beim Schreiben meines Elends ist mir mit der Zeit so übel geworden von dem ganzen Gejammer, dass ich begann, die Verbesserungen herbei zu schreiben. Mir neue Sichtweisen zu erschreiben und damit Lösungswege zu eröffnen.
Die Mädels machen sich also anscheinend beide recht gut, ich erlebe sie ja nur, wenn die Luft schon raus ist. Und ich spüre jetzt schon viel eher, wenn sich der Trott des funktionierenden Tagesplanes einschleicht, wie wenig wir miteinander um- und aufeinander eingehen. Jeder arbeitet sein Pensum Hausaufgaben, dann das Ruhebedürfnis, Rückzug. Von Familienleben kann kaum die Rede sein. Immerhin ist keine*r krank. Ich nehme sie in den Arm, wenn ich mich darauf besinne, wie wir aneinander vorbei oder nebeneinander her leben. Ich rappele mich auf zum Vorlesen und geselligen Palaver. Ich träume von Gemütlichkeit und gemeinsamer Arbeit daran.
McFlitz kommt gerade sehr gut zurecht. Er und seine Mitschüler haben jetzt „Lesekinder“ in der ersten Klasse, jedes Pärchen sucht sich ein Plätzchen und der Große liest dem Kleinen was vor. Wenn das nicht Lernen fürs Leben ist! Er hat gestern in unserer Küche den Uroma-Ofen angeheizt, so dass wir in trauter Zweisamkeit schwatzen, Feuer hüten, kochen und essen konnten, am Ende begann er noch von sich aus, seine Geschichte in den PC zu tippen, die er in der Schule geschrieben hat und nun seinem Freund in Sachsen schicken will. Der ist jetzt in die Schule gekommen.
In dieser Woche hat unser Kreistag die Kostenübernahme für diejenigen Schulpflichtigen gestrichen, die nicht die örtlich zuständige Schule besuchen. Es ist mir unverständlich, wie das eine „freiwillige Leistung“ der Kreise sein kann! Eine Zwickmühle, in die der Staat seine Bürger nimmt: die eine Instanz zwingt uns in die Schule und ruht sich auf einem überalterten Herangehen aus, ignoriert das Wohlergehen der Kinder, eine andere Instanz setzt die Daumenschrauben an und macht den Weg in eine modernere Schule immer ungangbarer für die Finanzschwachen. Zumal es Leistungsträger*innen trifft, die ihre demokratische Betätigung auf ein Minimum beschränken, weil sie so viel arbeiten müssen, mit ihren Steuern das rostig-starre öffentliche Schulwesen mitfinanzieren und sich den Luxus einer privaten Schule leisten, damit die Kinder heil bleiben, die Schule läuft (eine Sorge weniger) und man Geld verdienen gehen kann. Oder so wie ich – die aus Gesundheitserfahrungen nicht mehr ohne weiteres „anschaffen“ gehen können, dafür umso mehr ehrenamtlich Einfluss zu nehmen versuchen (denn die wirklich wichtigen Arbeiten werden nicht mit Geld entlohnt) und in der Schleife abwärts in Richtung Armutsgrenze trudeln. Ein Engagement, das von den Erwerbstätigen nicht honoriert wird, wenn überhaupt wahrgenommen. So ist die Streichung der Busfahrkarten und Fahrtkostenzuschüsse wieder eine Quelle der unentgeltlichen Beschäftigung mehr, die ein Leben in Angstfreiheit und jenseits vom Daueralarm weiter in die Ferne rückt. Kein Wunder, dass Eltern ihre Kinder viel mehr beschützen wollen als vordem, ihren Kindern die Möglichkeiten eines erfolgreichen Lebens erschließen möchten, wenn sie schon nicht Gerechtigkeit und Achtsamkeit als gesellschaftlichen Konsens vorfinden, der uns allen die Sicherheit gibt, dass wir und unsere Nachkommen gut versorgt sind. Und sich dafür das Etikett „Helikoptereltern“ gefallen lassen müssen.
Extreme Umstände treiben eben unglaubliche Blüten, und der Lotus wächst im Morast…
Ich gehe voller Gedanken ins Wochenende, wieder traurig über meine Feigheit, wirklich die Schulpflichterfüllung zu verweigern, traurig, wie wenig es um Gemeinschaftlichkeit geht in den demokratischen Gremien, wie groß die Gier der Geldhorter, Landgrabscher, globalen Konzerne und die Missgunst der Zukurzgekommenen sind und wie sehr sie die Entscheidungen der Volksvertreter*innen vom Gemeinwohl weglotsen. Ich hoffe, dass wir bald gewahr werden, dass das gemeinschaftliche Prinzip mindestens gleichwürdig neben dem Wettbewerb zum Tragen kommen muss, wenn nicht gar viel mehr, zumindest bis die Wunden geheilt sind.

Woche VI | Montag, 05.10.2015

Es gibt Menschen, die sich an so einem traumhaft-sonnigen Herbstwochenende auf den Weg an die Ostsee machen.
Die Menschen in meiner Familie tun das nicht. Sie wollen am Wochenende einfach nur zu Hause und in Ruhe gelassen sein. Sicherlich hätte ich mit ein wenig Anschieben so einen Ausflug erwirken können, aber auch mir fehlt die Kraft dazu. Die Woche ist voll mit Schulpflichterfüllung und tollen Hobbys. Und wenn wir wirklich Ruhe haben wollen am WE, müssten alle Haus- und Hofarbeiten auch bis Freitag abend erledigt sein. Naja, die laufen nicht weg, und ich kann auch ganz gelassen bleiben, wenn sie sich vor mir auftürmen. Da ist mir auch egal, was Nachbarn denken mögen, ich will es nicht wissen, denn wenn ihnen was nicht passt, wie ich es mache, findet sich physikalisch-unausweichlich auch das Gegending dazu… Ansprechbarer bin ich für einfühlsame Erörterung der Sachlage. Vor ein paar Monaten kam mal eine Tierschützerin auf meinen Hof und fragte, ob sie meinen Hund ausführen dürfte. Ich war arglos und die Frau zunächst einfach nett. Wie sich herausstellte, „kontrollierte“ sie mich und lamentierte dann lang und breit über das Elend, in dem sie viele Tiere vorfände. Ich riet ihr, sich mit dem Elend der dazugehörigen Leute zu befassen, wenn sie den Tieren wirklich helfen wollte.
Meine Familie also in Höhlenstimmung. Kkumhada macht ihr Ding, vermeidet jegliche Kommunikation mit mir, Oishi-Kawaii verschwindet zwischen den „Helden des Olymp“ und reagiert insgesamt sehr gereizt auf uns, wenn wir sie da rausholen, McFlitz ist zunächst auch im Onliniversum und später in seine Lego-Katalog-Träumereien vertieft. Dann geht er aber doch von alleine raus herumtoben und Fahrrad fahren oder quasselt mir von seinen Geschichten und Erlebnissen was vor. Der Papa? – Auch er geht seinen Anliegen nach, stoisch fast, aber dazu gehören auch Frühstück machen, Brombeeren ernten, Holz hacken. Ich wünschte nur, er würde sich öfters mal die Kinder schnappen und sie mit einspannen. Naja, er will auch mal ungestört bleiben. Ich schicke ihm Oishi-Kawaii auf den Hals, Kkumhada sucht sich selbst eine familien-gemeinnützige Arbeit und ich schiebe McFlitz an seine Hausaufgaben: ein Vortrag über die Kartoffel, Malfolgen üben, Leseheft lesen. Ich will frei haben! Wenn ich also eh mein Kind zu Hause auch noch beschulen soll – Hausaufgaben dieser Art sind immer Elternaufgaben! – dann könnte die Schulpflicht doch gleich abgeschafft werden. Billiger wäre es auch. So sehe ich mich gezwungen, meine, unsere Familienanliegen hintanzustellen, damit mein Kind den Anschluss nicht verpasst an einen Plan, der zwar zu seinem Besten ersonnen sein soll, aber ganz offenbar so weit über ihm steht, dass es darin schon wieder keine Rolle mehr spielt und eben zusehen muss, wie es klarkommt.
Ich sehe mich gezwungen, weil ich zu feige bin, einfach zu verweigern. Ich habe Angst vor der Strafe. Auch wenn es vielleicht erstmal „nur“ Geld ist. Nun, wir hätten im Monat an die 300 Euro mehr, wenn wir den Jüngsten aus seiner staatlich anerkannten Ersatzschule nähmen. Die könnten dann ja investiert werden in unsere und seine Menschenwürde-Wiederherstellung… Und sicherlich täten wir anderen ähnlich schreckhaften Eltern den Gefallen, mit unserem Beispiel voran zu gehen, so dass auch sie mutiger werden können.
Na, ich will jetzt erstmal noch weiter als Elternvertreterin und Schreiberin das Feld beackern, immerhin sind meine Kinder auch nicht gerade rebellisch, freuen sich auf ihre Freunde, für wen wäre es also? (Aber ich trage sie in mir, diese Sehnsucht nach freudvollem Lernen in lebendigem Sinnzusammenhang aus unserer Lebenswelt heraus, im Einklang mit ihr, along the way, gewissermaßen, und nicht als etwas, wovon man sich am Wochenende erholen muss und distanzieren will.)
Fazit für mich – mein Familienleben: nicht vorhanden. Ich erlebe die Kinder nur unbereitwillig, erschöpft oder krank (bei McFlitz hauptsächlich unbereitwillig zu Hausaufgaben).
Natürlich sehe ich die Schule auch als Aufgabe an und versuche, damit konstruktiv umzugehen. Natürlich denke ich mir unterhaltsame Möglichkeiten des Übens (für die Schule) aus. Das würde ich so oder so machen. Natürlich sehe ich das Lernpotenzial für mich und die Kinder. Aber ich frage mich, ob wir wirklich so bootcamp-artig mit uns und unseren Kindern verfahren wollen? Angebliche Spreu vom Weizen trennen und damit für selbsterfüllende Prophezeiungen sorgen, die dem Dogma in die Hände spielen, man müsse all die beschränkenden, luftabschnürenden und einschüchternden Vorkehrungen treffen, um das Leben in Freiheit zu retten – ?!? – Die, die’s betreffen soll, werden so auch nicht erreicht. Die Sensiblen kriegen dafür umso mehr das „Vergnügen“, sich erstmal wieder aufrappeln zu müssen, damit sie überhaupt zurück zur eigentlichen Sache kommen können. Worüber wundere ich mich da?
Neue Woche, neuer Anlauf. Neuer Versuch, das Gute darin zu erkennen. Und vielleicht ein paar kleine Wunder? Ach, heute fühle ich mich wenig mutig!

Woche V | Montag, 28.09.2015

Nun sind sie wieder alle fort. Einige Stunden nach dem „Blutmond“, den sie natürlich schlafend erlebt haben. Von dem sie theoretisch oder bei den Geschichten um Aang, den Avatar, erfahren werden/haben. Schule ist wichtiger als das echte Leben. Wo kämen wir hin?
Für die wichtigen Dinge lohnt es sich ausgeschlafen zu sein. Also kein Mondspektakel gucken.
Unser Wochenende war reich an Unternehmungen, wir haben viel mit Menschen und miteinander zu tun gehabt – Gäste haben, eine japanische Teezeremonie kennenlernen, einen Geburtstag feiern, ein Flüchtlings-Willkommen, ein Erntedankfest, eine Musiker-Begegnung wie sie lebendiger nicht sein könnte (lauter Leute, die so noch nie miteinander geprobt haben, und ein Klangerlebnis hinzauberten wie eine Wanderung durch Wald und Feld, nach Lust und Laune). Im herrlichsten Sonnenwetter Motorradfahren üben, Rad fahren, Pilze sammeln. Ich allerdings habe mich, nachdem Feiern und liebe Gäste gut überstanden waren, am Sonntag Mittag „nur kurz“ hingelegt und von dem ganzen Sonntagszauber nur die letzten Ausläufer vor dem Abendbrot mitbekommen. Wir schlossen mit „Shaun, der Film“ das Programm und fanden kurz vor dem Schlafengehen noch ein paar Hausaufgaben vor…
Tatsächlich von Freitag auf Montag aufgegeben. McFlitz würde also unverrichteter Dinge in die neue Woche starten. Auch Oishi-Kawaii darf sich auf eine Woche mit täglichen Leistungstests freuen, was ihr natürlich immernoch zu schaffen macht. Und damit auch mir wieder Begleitungsaufgaben liefert. Ich muss argumentieren und trösten und den Pädagog*innen Briefchen schreiben für meine beiden Kleinen. Jedenfalls für McFlitz. Das Wochenende sollte HA-frei sein! Wirklich frei zur selbstbestimmten Verwendung. Zum tief-Durchatmen und frohsinnigen Spiel/Kreativsein/Herumströpen/Bauen… Nun, es ist eine Entscheidung, das kann man auch mit HA haben. Die ignoriert man einfach genauso, wie die Schule ignoriert, dass mensch selbstregulierend auch einen eigenen Lerndrang hat, aus dem Bedürfnis nach Verständnis heraus. Und dass mensch immer das Nötige und Mögliche lernt. Und in einer ignoranten Gleichschrittsschule stolpern MUSS – bei aller Liebe und Rücksichtnahme, weil eben nicht in seinem eigenen Rhythmus und Tempo und von innen heraus bewegt. Und dass es manchmal bedeutet, dass mensch die übergriffigen Forderungen Anderer abwehren muss. Die dann eingeschnappt-vorwurfsvoll behaupten, es wäre doch zu menschen’s Bestem gedacht.
Oishi-Kawaii bekommt von mir die Ermutigung zur Lücke. Natürlich ist mir wichtig, dass sie sich in der Welt auskennt, zu denken lernt und sich den wichtigen Dingen stellt. Sie darf sich also gegen die Angstpaukerei entscheiden. Ich bin nicht böse auf sie über schlechte Noten. Ich spüre nur die Verletzungen der gequälten Seele, die ständig von außen gezogen und geschoben wird und sich weigert einzusehen, dass manche Menschen eben nicht so auf sie achten wie die eigenen Eltern. Ist vielleicht auch unsere Aufgabe, das mal deutlich zu machen und unsere Kinder dazu anzuleiten unterscheiden zu lernen. Das Gegenteil von „gut“ ist „gut gemeint“ (also ohne den Anspruch, die Wirkungen zu überprüfen und das Vorgehen anzupassen). Es geht eben nicht wirklich um die Kinder.
Kkumhada, meine Große „macht ihr Ding“. Sie schöpft aus der Quelle der Begeisterung für ihre Motorradfahrschule. Sie ist mit eigenen Zielen unterwegs und räumt sich ohne weiteres auch Kursänderungen ein. Sie kann inzwischen ganz gut „trotzdem“ lernen, wenn ihr eine Lehrperson unsympathisch ist, und sich auf diese Weise differenzierter auf Herausforderungen einlassen, sich für Gegebenes öffnen. Das geht erst ab einem bestimmten Reifegrad, sicherlich auch abhängig vom Hormonhaushalt und dem Stand der Pubertät – wie weit kann sich das Kind schon lösen und „den Rest der Welt“ auf sich beruhen lassen oder so ins Verhältnis setzen, wie es das Gebet ersehnt: …gib mir die Kraft zu ändern …, die Geduld hinzunehmen …, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden…
Ich merke schon, es geht immer wieder ums Unterscheiden. Immer wieder Aschenbrödel. Die Guten ins Töpfchen.
Also: statt „Lasst die Kinder endlich in Ruhe lernen!“ und strampelnd drauf zu warten, dass es wahr werde, selbst sortieren und mit einem „Machen wir das Beste draus!“ das Nötige und Mögliche lernen. Hier wohl: selbst entscheiden und die Folgen tragen. Sei es Verweigerung, Flucht nach vorn oder Mitwirkung in Kritik oder Einverständnis. Ich wähle eine Mischung aus allen dreien. Und wenn ich mutig genug bin, kann ich vielleicht sogar unmittelbar (direkt und mündlich) mit den Bildungsmachenden ins Gespräch treten und für das Verständnis sorgen, dessen es bedarf, um wirklich etwas zu verändern. Bis dahin erlaube ich meinen Kindern, in Ruhe zu lernen und sich von der Schule nicht stören zu lassen…

Kurzmitteilung

Werte,

die mir so wichtig sind, dass ich Alpträume von ihrem Verlust bekomme.
Unsere Welt ist schwer in Bewegung, Menschen aus anderen Kulturkreisen sind auf der Flucht vor Menschen mit wiederum anderer Kultur. Aus ideologischen Gründen dreschen sie auf andere, aufeinander ein. (Vielleicht mit dem stillen Einverständnis der Finanz- und Wirtschaftsheinis, die die Welt unter sich aufteilen und die schmutzige Arbeit dem „Pack“ überlassen. Hey Leute, kommt zur Besinnung!!! Ihr seid Puppen im Theater!)
Worum fürchte ich? Ich fürchte für mich als Frau und für meine Töchter, dass wir die Freiheit, mit der wir durch den Teil der Welt tanzen können, der das zulässt, verlieren könnten. Dass wir unsere Selbstbestimmung aufgeben müssen, die wir in unserer Familie und im Freundeskreis und in Deutschland und einigen anderen Gegenden leben können. Und dann sehe ich mich um: Es gibt auch hier genügend Beispiele von Gewalt gegen Frauen! Frauen, die still ertragen. Die sich nicht trauen, dagegen aufzubegehren. Die keinen kennen, der sie ermutigt, sich nicht alles gefallen zu lassen.
Da ist meine Angst wohl berechtigt. Wenn ich so ein seltenes Privileg habe. Und es nicht nutze, um auch anderen Frauen Teilhabe zu verschaffen.
Ich werde mir eine stärkere Basis schaffen, indem ich die gepeinigten Frauen ermutige! Indem ich mich mit anderen freien Frauen vernetze (unsere Freiheit fördert ja auch eine Individualgesellschaft ohne inneren Zusammenhalt, jedenfalls habe ich hier Nachholbedarf) Und diejenigen Männer würdige, die den Mumm haben, sich der vollen weiblichen Kraft und ihren Abgründen zu stellen, ohne sie fesseln, einsperren und quälen zu müssen! (So wie meiner :). Danke!)