Woche XXXXVI | Montag, 11.07.2016

Eins meiner Kinder nimmt an einem Projekt außerhalb der Schule teil, an dessen Ende eine Aufführung steht. Echter geht’s nicht. Und sicheres Experimentier-Feld für die Jugendlichen: sie sind begleitet, beraten, beschützt von Erwachsenen, die sich die Mühe machen, den ganzen Zirkus auf die Beine zu stellen, ohne dass ihnen das jemand aufgetragen oder vorgeschrieben hat.
Erwachsene, die für ihren Lebensraum und damit den der Kinder etwas schaffen wollen, was die Menschen zusammenbringt, sie etwas gemeinsam vollbringen lässt, was sie inspiriert und hinterm Ofen hervorlockt, weil sie unbedingt mitwirken wollen. Und dafür die Gelegenheit bekommen! Von ihren Nachbarn!
Danke, liebe Nachbarn!!!
Es wird keine Noten geben.
Der Applaus allein wird der „Lohn“ für alle Anstrengungen dieser Woche sein.
Und der Maßstab wird das eigene innere Bild sein, das im Laufe der Arbeit entsteht und wächst, und die Rückmeldungen der übrigen Mitwirkenden werden den Spiegel bilden, in dem jeder einzelne Beteiligte sein inneres Bild abgleichen kann, seinen Ist-Stand laufend ermittelt und Innen und Außen synchronisiert.
Wir müssen den Kindern solche echten Herausforderungen bieten, wenn sie in der Gegenwart bleiben oder wieder ankommen sollen. Und wir müssen ihnen dabei authentische Orientierungsmarken sein – integre Menschen wie sie auch, mit Bedürfnissen und Gefühlen, die wie auch ihre eigenen respektiert werden. Sie müssen selber was tun können, wichtige Aufgaben übernehmen, und brauchen Verständnis für Patzer aber keine Beliebigkeit, sondern Lösungen, die nach einem Missgeschick alles wieder in Ordnung bringen, das Lernpotenzial solcher Situationen muss einfach genutzt werden. Anstatt mit „Konsequenzen“ irgendwas zu lenken, müssen die echten Folgen wahrnehmbar sein und zur Basis der Entscheidungen werden. Wenn sich ein Kind zum Mitmachen im Unterricht bereitfinden soll, dann spielt es eine außerordentlich wesentliche Rolle, ob es gehorsam sein soll oder es wirklich wichtig ist für die Gruppe und die Lehrperson, und wenn ja, warum.
Kinder, die zum Beispiel gern gemein sind zu Anderen, müssten dann auf der Basis echter Emotionen „behandelt“ werden – also z.B.: Wenn ein Kind mich gerade ärgert, dann wende ich mich ab, weil ich traurig und wütend bin und in solch einer Verfassung nicht mehr mit ihm spielen kann. Ich gehe weg, um mit meinem inneren Sturm fertig zu werden, zur Lehrerin oder einem anderen Kind, was zu mir hält. Das Kind, das mir zugesetzt hat, verliert sein „Opfer“, plötzlich kommt es mir hinterhergerannt, der Spieß ist umgedreht, es will sein „Spielzeug“ nicht verlieren und muss sich auf meinen Teil der Regeln einlassen.
So etwas kann ein unterlegenes Kind nicht allein durchspielen, deshalb wendet es sich an einen Freund oder einen Erwachsenen. Wenn letztere sagen, das müssen die Kinder selber klären, dann verweigern sie gute Beratung und Begleitung und das Hochhalten von „Werten“. Schutz und Sicherheit sind dann Mangelware und die Tyrannei der Kinder untereinander kann sich ausbreiten.
Natürlich ist es keine Hilfe zu schimpfen oder zu bestrafen oder nur zu sagen „Das macht man nicht“. Es ist wichtig, die Kinder im Umgang mit ihren Gefühlen anzuleiten. Der Kneifer weiß gar nicht, wie weh das dem anderen tut, aber wenn der es ihm immer sagt und dann nicht nur einfach mit einem „Der ist doof“ zurückschlägt, sondern mit einem „Wenn du mir weh tust, kann ich nicht mit dir spielen und dein Freund sein.“ Genaueres mitteilt, dann wird der Kneifer dabei bleiben müssen, Fangen zu spielen, sich über Kneif-Treffer kurz zu freuen, über den Effekt, den das bringt: ja, der andere guckt, schreit, schlägt zurück oder läuft weg – friedlich und froh zusammen zu spielen ist da eine andere Qualität.
Auch ich als Erwachsene bin ein Testobjekt, wenn ich das zulasse. Aber auch ich als Erwachsene kann auf „Konsequenzen“ immer mehr verzichten, wenn ich beginne, meine Bedürfnisse und Gefühle gleichwertig ins Spiel zu bringen. Wenn mich ein Kind immer wieder „austrickst“, dann werde ich beim dritten Mal keine Ausnahme mehr annehmen, dann werde ich da auch nicht „großzügig“ über irgendwas hinwegsehen, denn es geht dem „Stänkerkind“ genau darum zu erfahren, was denn nun ist, wenn es stänkert.
Was will nun ich? Will ich Gehorsam oder will ich Bereitwilligkeit? Danach allein richtet sich mein weiteres Handeln.
Will ich letzteres, dann werde ich meine Traurigkeit und Enttäuschung mitteilen, vielleicht bin ich ja sogar wütend? Ich werde klar sagen, dass ich nichts mehr glauben kann, was es sagt, und nicht mehr mit ihm spielen, weil ich mich nicht darauf verlassen kann, dass es wirklich mein Freund ist. Ein Freund will doch keinen Ärger machen, der unterstützt doch?! Ich bin dann mitten in der Betrachtung des Geschehens, und dann geht der Praxistest weiter: Freund oder nicht?
Echt oder nicht?
Haltbar?
Zuverlässig?
Orientierungspunkt???
Unser aller Zugehörigkeits/Teilhabebedürfnis ist hier aktiv. Wenn ich mich als Schimpftante erweise, dann will sicherlich kein Kind zu mir gehören. Will ich eine Klasse zu einer Gemeinschaft machen, dann muss ich selbst Gemeinschaft können, wie geht das? Nur mit Vertrauen, vertraut Sein, einander kennen, die Grenzen und Anzeichen sehen und lesen können/lernen, die zeigen, wie es um die einzelnen Beteiligten steht.
Auch um mich als Lehrerin oder Betreuerin. Es strahlt ja ohnehin durch alles Tun hindurch. Sozial-emotional kompetent wäre dann, damit integrierend umzugehen, nicht es auszusperren und dauerhaft zu unterdrücken.
Sprechen lernen.
Verhandeln lernen.
Je jünger die Kinder, umso weniger ausdifferenziert ist das traurig-oder-froh-Kontinuum, und umso einfacher sind auch die Lösungen: es reicht z.B. „Vertragen“. Schulkinder sind da schon kritischer und bekommen ein zunehmend gutes Gedächtnis.
Und wenn sie groß sind, dann werden sie vielleicht genauso nachtragend wie wir…
Stellen wir uns dieser Aufgabe?
Wer macht mit?

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Woche XXXVIII | Montag, 16.05.2016

Ich schreibe im Rückblick, denn ich war gestern außerstande.
Mich beschäftigt ein Gedanke aus einem Vortrag bzw. Gespräch mit Joachim Bauer, das ich auf youtube ansah. Es ging um die Wiederentdeckung des freien Willens. Den üben wir aus, wenn wir nicht als Reiz-Reaktions-Automaten agieren, sondern zwischen Reiz und Reaktion innehalten, Luft holen und den Blick für verschiedene Möglichkeiten öffnen. Diese verschiedenen Möglichkeiten sehen zu lernen, sie zu bewerten, ihre Folgen abzuschätzen und zwischen allem abzuwägen, könnten unsere Kinder vom ersten Atemzug an lernen, wenn wir sie lassen, meine ich. Ich habe es meinen gestattet, sie durften immer selbst wählen. Ich habe meine Befindlichkeiten mit in die Waagschale gelegt, vielleicht nicht in vollem Ausmaß, was sich derzeit gerade rächt, aber das hat genau mit ebendieser Maschinerie zu tun, die aufgrund erlernter Denkmuster einrastet im Automatikmodus, wenn man nicht aufpasst.
Mit Schuleintritt war damit weitgehend Schluss für meine beiden Großen, denn dort wurde natürlich fraglos getan, was verlangt wurde.
Aus heutiger Sicht für die Kinder wahrscheinlich ein ganz schöner Schock, plötzlich so ungefragt zu etwas verdonnert zu werden. Anfangs arbeiteten sie wahrscheinlich noch aus Neugier mit, und wenn die Lehrerin geschickt genug war, dann hat sie die Bereitwilligkeit noch ein Weilchen erhalten können, aber letztlich wurde sie doch überstrapaziert. Denn an keiner Stelle gab es Raum zwischen Reiz durch die Lehrerin und geforderter Reaktion vom Kind. Jegliche Nichteinhaltung einer Forderung wurde irgendwie geahndet.
Wenn dieser Raum nicht gegeben wird, kann kein Kind den Umgang mit Freiheit lernen, keine eigenen Entscheidungen treffen jenseits des geringeren Übels – Mach ich HA und opfere meine Freizeit oder lasse ich sie und nehme ich eine tadelnde Bemerkung bzw. schlechte Note in Kauf?
Nur weil es Kinder gibt, die mehr Anleitung „brauchen“, wird denen, die selbst entscheiden wollen, diese Möglichkeit genommen, mehr noch, sie werden entmündigt. Ich vermute, dass zu Beginn eigentlich kein Kind so bedürftig ist in Bezug auf Geleitetwerden, alle haben bis zur Geburt alles selbst gemacht, sich selbst erschaffen. Dieses von Pädagog*innen beobachtete Brauchen ist womöglich erworben worden, vielleicht bei überfürsorglichen oder besonders intensiv erziehenden Familien. Aber das ist meine Spekulation.
Genausowenig, wie der Raum für eigenes Abwägen gewährt wird, gibt es Raum für die dabei ins Spiel kommenden Gefühle und Emotionen, die ja schließlich mitwirken bei der Entscheidungsfindung. Sie sind der Maßstab. Je nach Grad der Freude wird gemeinhin das am meisten Versprechende gewählt, was absolut Sinn macht, wenn man sich den Begriff Bedürfnisstillung auf der Zunge zergehen lässt. Wir tun doch alles im Leben nur, damit es uns (wieder) besser geht. Ein Bedürfnis tritt auf, meldet sich immer stärker und dringlicher, geradezu schmerzhaft, und erst, wenn wir die passende „Nahrung“ dafür zu uns genommen haben, verstummt es wieder. Und welches die am besten passende Nahrung ist, ermessen wir aus den Erfahrungen, die wir mit den einzelnen Angeboten machen, aus den Gefühlen, die sich damit verknüpfen. Ich denke, dass hier auch Nachhaltigkeit zum Kriterium wird. Mir geht es jedenfalls so, dass ich zwar die Spaß machende Wirkung von Süßem zu schätzen weiß, aber ich weiß auch, dass ich dann ganz schnell etwas „Handfestes“ dazu brauche, sonst wird mein Hunger nur noch schlimmer. Das Süße bekommt mir nur gut, wenn es als I-Tüpfelchen dabei ist. Auch bei Kindern beobachte ich das. Klar wollen die immer das Süße zuerst, und wenn ich zuständig bin, dann beschließe ich mit ihnen gemeinsam Maß und Reihenfolge. Vor allem wenn ich sehe, wie das Naschen tatsächlich ein Ausmaß annimmt, das auf echten Hunger schließen lässt, nehme ich das Süße vorerst ganz aus dem Spiel. Und wenn ich die Erfahrung gemacht habe, dass nach dem Leckerli das Sattessen nicht gut klappt, weil kein Hunger (Appetit) mehr beim Speisen hilft, kurze Zeit später aber der Hunger umso heftiger wieder zuschlägt, dann kommt diese Reihenfolge beim nächsten Mal auch gar nicht mehr in Frage. In Abständen erlaube ich die Erneuerung dieser Erfahrung, denn mir ist nun einmal wichtig, dem Kind die Daten für eigene Beobachtungen und Schlüsse zugänglich zu machen, und vor allem die Erfahrung, selbst nicht übergangen zu werden und zu Gehorsam angehalten. Ich glaube, das Selbstwertgefühl hängt sehr damit zusammen und wird enorm gestärkt, wenn ein Kind mitbestimmen darf.
Kompetenz im Umgang mit Entscheidungen und Gefühlen entwickelt sich, wie alle Kompetenzen, in der Ausübung. Mit der einfachen Unterdrückung ist da nichts Gutes getan, und wenn Erwachsene die Bereitwilligkeit der ihnen anvertrauten Heranwachsenden gewinnen wollen, müssen sie in dieser Hinsicht Raum geben. Ich meine nicht Verkumpelung oder etwas dergleichen. Ich meine Anleitung und Begleitung. Doch dazu müssen die Großen erstmal selbst kompetent werden in diesen Dingen, fürchte ich. Und ihre eigenen Scheintoten aus dem Keller befreien, sie anerkennen und die Erfahrung machen, dass auf diese Weise die „negativen“ Emotionen, die nur dem Schutz des Selbst dienen in ihrer abwehrenden oder zum Rückzug veranlassenden Qualität, ihre Botschaft abliefern können und sich dann nach erledigtem Auftrag auflösen.
Der freie Wille hat nichts mit Beliebigkeit zu tun. Bei uns Lebewesen geht es immer um die Stillung von irgendeinem Hunger, denn das Leben ist ein Stoffwechselprozess, auch bildlich gesprochen, und da wird eben immer was zugeführt umgewandelt, eingebaut oder aussortiert und ausgeschieden. Die Angst der Erwachsenen ist sicherlich nicht unbegründet, aber letztlich müssen sie die Kinder nur vor emotional und freiheitlich inkompetenten Menschen und deren Altlasten schützen und hier und da auch vor Ertrinken, Vergiftung oder Absturz.

Woche XXXVI | Freitag, 06.05.2016

In dieser Woche tagt in Berlin die Konferenz zur Zukunft der Lernkultur. Mich beschäftigt von ferne die Frage, wann denn jeder Mensch endlich seinen natürlichen Lerndrang verfolgen kann. In seiner Intensität, in seinem persönlichen Maß.
Die Unausgewogenheit hat mir bei meinen beiden größeren Kindern schwer zu schaffen gemacht, und sie tut es noch. Nicht nur, dass sie unmäßig viel sitzen müssen und mussten, viel zu wenig eigene Entscheidungen zu treffen bekamen und im Grunde gar keine Wahl in Bezug auf den Themenplan, das Tempo und die Benotung haben und hatten. Nein, sie werden ihrer Unbeschwertheit beraubt, weil die Erwachsenen in diesem Land mit einer Grundannahme herumlaufen, die den Kindern unterstellt, von alleine sowieso nichts zu lernen. Die Erwachsenen in diesem Land gehen ja auch davon aus, dass Hartz-IV-Empfänger selbst schuld sind an ihrer Lage und nur durch Bedrohung dazu gebracht werden können, wenigstens für dieses Almosen aus ihrer Komfortzone zu kommen.
Das Ausmaß der Entwürdigung wird uns eines Tages zu Bewusstsein kommen, so wie uns DDR-Bürger*innen der Blick auf Nordkorea vielleicht einen Eindruck von unserer seinerzeitigen Manipulierung bescheren kann. Es ist mir eine jahrelange Aufgabe geworden, Linsen und Erbsen wieder auseinanderzusortieren, sachliche Zusammenhänge von ideologischen zu trennen.
Ich beklage die Unausgewogenheit, weil ich sie ausbaden muss: Sämtliche Bereitwilligkeit meiner Kinder ist von der Schule aufgebraucht und absorbiert worden, sie wurde sogar enorm überstrapaziert, so dass ich zu Hause andauernd in die Rolle der Krankenschwester gedrängt wurde und werde, in die Rolle der externen Steuerin und Überwacherin. Mir fällt die unliebsame Aufgabe zu, den übermäßigen Bücher- und Bildschirmkonsum ständig eindämmen zu müssen, was ich zum großen Teil dem Umstand zuschreibe, dass die Kinder in der Schule solche großen Zugeständnisse an viele ihrer Bedürfnisse machen müssen: wenn der Unterricht langweilig ist und sie sich nicht selbst belebende Beschäftigungen und Inhalte suchen dürfen, ihrer Kreativität nicht entsprechen können, weil z.B. Kritzeleien am Heftrand verpönt sind, ihren Hunger nach spannenden Schilderungen nicht stillen können, keine Rückzugsmöglichkeiten finden, keine Anleitung in der Lösung von Konflikten, keine Inspiration für die Erkundung der Kulturschätze bekommen und keinen Schutz vor der Androhung von Strafen oder vor Beschämung, zuwenig Zuwendung erfahren und nicht genug Zeit haben, Wissen und Verständnissicherung zu vollenden, bevor etwas Neues anfängt…
Was suchen sie in Büchern und im Internet, was sie in der konkret-analogen Umgebung nicht erlangen?
Mir geht es nicht um das Verhindern der Nutzung all dieser Medien, und ich sehe auch deutlich, wie sie einen Menschen vereinnahmen können. Ich weiß nicht, wo die Manipulation beginnt, die dazu führt, dass man seinen körperlichen Bedürfnissen keine Aufmerksamkeit mehr schenkt, zu essen, trinken, schlafen und sich zu bewegen solange hintanstellt, wie man es für eine Schulaufgabe wohl nie fertigbrächte, aber auch im Flow eines Gruppenspiels kämmen diese Dinge nicht zu kurz…
Ich weiß aber, dass ich selbst lieber draußen in der Natur bin, mich rühre und im Garten buddele oder still und andächtig den Vögeln und dem Blätterrauschen lausche als stundenlang Hayday oder Minecraft zu spielen oder Let’s plays zu gucken. Jedenfalls geht es mir nach Stunden von Ersterem viel besser als nach Stunden von Letzterem. Ich bin überzeugt, dass ich auch ohne die Unausgewogenheiten, die für meine Kinder definitiv durch die Schule entstehen, das Thema Maßhalten im Umgang mit den Medien aufkommt, denn dieses Maßfinden ist eine uralte Lebensaufgabe und im Tanz von Yin und Yang symbolisch dargestellt. Das muss mich aber nicht davon abhalten, die Unmäßigkeiten der Schule auf’s Korn zu nehmen.
Ja, sie entstehen durch die Schule, aber ich habe sie zugelassen, diese Unausgewogenheiten. Ich und viele andere Erwachsene. Und ich habe sie meinen Kindern angelastet. Anstatt endlich dafür zu sorgen, dass sich ihre Schulwelt endlich dahingehend wandelt, dass die Kinder dort sicher sind und achtsam begleitet werden auf ihrem Weg ins Leben. ein Leben als freie Erwachsene, die auf eigenen Beinen aufrecht stehen und gehen können und mit Weitblick und lebensfördernder Feinfühligkeit ihrerseits für Kinder und eine intakte Umwelt sorgen werden.
Nu aber.

Woche XXXII | Freitag, 08.04.2016

Eine recht familienfreundliche Woche liegt fast hinter mir – will sagen, abgesehen von ein paar Hausaufgaben hatten wir die Familienzeit für unsere eigenen Hobbys und die Schule drängte sich da nicht rein. Weder per Kopfschmerz noch per Sorgen oder übermäßiger Hausaufgaben-Zeitbeanspruchung. Einige überstrapazierte Eigenschaften müssen wir noch in Ausgleich bringen, dazu gehört definitiv die Bereitschaft, Aufträge auszuführen. Sämtliche diesbezügliche Ressourcen werden von der Schule aufgebraucht. Wenn ich meine Großen um etwas bitten möchte, dann muss ich mächtig baggern, bis sie einigermaßen bereitwillig darauf eingehen. Oder ich muss einen der äußerst selten gewordenen Augenblicke erwischen, in denen sie ansprechbar sind.
Mein Jüngster ist da wirklich das Gegenbeispiel. Zwar braucht auch er seine Zeit für sich, aber nicht in diesem schwer erträglichen Ausmaß.
Bei den Großen kommt natürlich auch die nächste Abnabelungsphase dazu, in der es darauf ankommt, sich auf neue Weise abzugrenzen, als Jugendliche und junge Erwachsene die eigene Identität neu zu definieren: viel unabhängiger und eigenständiger zu werden, und vor allem das eigene Urteilsvermögen auszubauen. Sie verlassen gewissermaßen den euklidischen Raum mit den überschaubaren eher linearen und statischen Koordinaten und treten ein in die Welt der Dynamik: die unvergleichlich größere Auswahl an Orientierungspunkten und die Komplexität von Zusammenhängen werden für sie sicht- und spürbar bei jeder eigenen Entscheidung, die sie treffen. Auch die Auswahl der Blickwinkel, von denen aus sich eine Sachlage betrachten lässt, wird größer – wenn man all dies zulässt. Alles wird infrage gestellt, was ich als Mutter sage, auch wenn es bis vor Kurzem noch einfach hingenommen wurde. Abgesehen von den manchmal schwer nachzuvollziehenden Wendungen, die das emotionale Befinden nimmt, ist die vielfältige Betrachtung der Werte eine meine Lieblings-Nebenwirkungen der Pubertät. Ein Schwerkrafttest. Eine Echtheitsprüfung. Nicht nur Werte, auch wir Erwachsenen werden auf Herz und Nieren geprüft. Lassen wir auch im Ernstfall unsere Geduld walten? Worauf greifen wir zurück, wenn wir sie verlieren? Reagieren wir bockig und versuchen die jungen Leute zu erpressen oder zu manipulieren? Respektieren wir ihre Entscheidungen und machen uns die Mühe der ausführlichen Erörterung, wenn wir nicht einverstanden sind? Können wir sie in ihrem Umbau-Wahnsinn auch einfach mal in Ruhe lassen und uns darauf beschränken, sie nur vor schlimmen Verletzungen zu bewahren? Ich denke an solche mit PS-bestückter Technik, an Drogen und allzu waghalsige Experimente. Aber die Jugendzeit ist genau dafür vorgesehen – die eigenen Grenzen kennenzulernen, Tapferkeit und Mut zu erproben. Welche Möglichkeiten bieten wir ihnen dafür?
Ich wäre gern auf eine Art Wanderschaft gegangen, so wie die Handwerksgesellen. Ich war aber an Schul- und Unibänke geschnallt und ohne ausreichend eigenen Mumm bis ich Mitte zwanzig war. Dann wurde die Aufbruchsnotwendigkeit auch für mich groß genug, um endlich aus dem Mußtopf zu kommen.
Gefühlt etwas spät.
Jemand hat einmal gesagt, mit 14 müssten die Kinder aus dem Haus. Ich denke, sie müssten auf jeden Fall wichtige Aufgaben übertragen bekommen, die ihnen Orientierung geben, worauf es ankommt. Sie müssten sich um andere Menschen kümmern, die auf ihre tatkräftige Hilfe angewiesen sind. Zum Beispiel Hilfe im Haushalt für Ältere, Lernbegleitung für Jüngere, Tierpflege, Handwerkliches, Gartenbau …
Diese Aufgaben müssten sie sich auch aussuchen können, eigene Absprachen treffen, Erfahrungen machen mit Einhaltung und Versagen, Irrtum und Erfolg. Sie bräuchten Begleitung und Erörterung. Erfahrungen mit Menschen jenseits der Familie, die die Werte der Familie bestätigen oder ergänzen oder meinetwegen sogar ersetzen könnten, bzw. die Wege ihrer Verwirklichung. Nichts ist stärker tragend für den Weg ins eigene verantwortliche Leben, als alle wünschenswerte Theorie durch Erfahrung bestätigt zu sehen. Und nichts erdet die entfesselte Fantasie mehr als echte Betätigungsmöglichkeiten. Ich erinnere mich nicht an alle Einzelheiten meiner eigenen Pubertät, aber ich war keinen Augenblick lang bösen Willens. Sicherlich eine Zumutung für mich und andere, uneinsichtig und dickköpfig zuweilen, aber auch voller guten Willens und zartfühlend. Mit großen Träumen und wildem Entschluss. Aber auch wechselhaft und höchst unsicher. Die Erinnerung daran hilft mir bei meinen Großen. In Zeiten, in denen ich so ratlos bin, dass ich denke, sie tun alles nur, um mich zu ärgern. Bis jetzt komme ich ganz gut klar.

Woche XXIX | Freitag, 18.03.2016

Wie schön, wenn man einfach in Ruhe arbeiten gehen kann! Mit dem guten Gefühl, die Kinder gut aufgehoben zu wissen in ihren Schulen. Und, welch Romantik, am Nachmittag oder Abend Anekdoten und Abenteuer erzählt zu bekommen! Ich wage noch nicht, mich daran zu gewöhnen, aber ich schätze mal, das passiert einfach.
Nun, die ganze Romantik hatte ich nun nicht, es gab Läusealarm, ich hatte mein Grundschulkind drei Tage zu Hause, um ganz sicher zu gehen. Zum letzten Schultag konnten wir ihn nur motivieren, weil wir ihm die Sicherheit zu geben imstande waren, dass er nicht gleich wieder Läuse einfangen würde – in der Schule haben alle Eltern zugestimmt, dass ihre Kinder dort kontrolliert werden dürfen, so dass ganz gezielt informiert werden kann.
Nun haben wir wieder Ferien, heute mit praller Sonne und der Ahnung, wie schön es im Frühjahr sein kann – wenn nicht immer alles grau überhangen bleibt…
Aber was mir dennoch vergönnt war: ganz nach meinem Rhythmus zu leben. Mit welcher Kraft kann ich unterwegs sein, wenn ich mir meine eigene Art erlaube! Dann bin ich auch weniger davon abhängig, ob die Umstände günstig sind, und kann mich viel besser auf Gegebenes einstellen. Wie sehr ich doch meistens von mir selbst entfernt bin! Ich lande in einem Automatik-Modus, der auf Planerfüllung programmiert ist, ich funktioniere dann einfach und ich erwarte das natürlich dann auch von den Kindern. Ich tue Dinge nicht, weil sie notwendig sind, sondern weil das jetzt so geplant ist. Ich habe die Verbindung zum Sinn nur in der Planungsphase, in der Umsetzungsphase bediene ich nur noch die Programmpunkte. Ich bin auch in einem gewissen Grad flexibel und kann den Kurs ändern, aber eigentlich immer mit einem schlechten Gewissen wegen des Planes oder wegen anderen Menschen, die sich drauf verlassen. Es ist irre aufwändig, immer allen Beteiligten die Änderungen mitzuteilen, damit sie sich mit ihrer Planung darauf einrichten können.
Eigentlich möchte ich nicht planen, ich möchte lieber viele Möglichkeiten inpetto haben und auf die jeweilige Situation eingehen. Das macht Absprachen schwierig, vor allem mit Planer*innen, die jede Einzelheit festgelegt sehen wollen. Ich habe lieber die Möglichkeit, mit den Aktualitäten zu spielen, kreativ im Augenblick zu entscheiden, gern auch mit Anderen im Team, die genauso auf verschiedene Ressourcen zurückgreifen können und spontan Ideen aufgreifen und umsetzen.
Wenn das so läuft, erlebe ich Flow. Ich bin kaum zu erschöpfen, die Quelle sprudelt fröhlich, bis mir buchstäblich die Augen zufallen und meine Körperzellen mir Pause verordnen.
Das beobachte ich auch an den Kindern – wie werden sie munter und ihre Kopfschmerzen verfliegen, wenn sie nach ihrer eigenen Fasson lesenschreibenzeichnensingentanzenrechnen dürfen! Habe ich sie nach acht Stunden Schule völlig erledigt in Empfang genommen, kommen sie nach kurzer Ruhe auf ihre eigenen Gedanken und finden Betätigung, die sie wieder zu sich kommen lässt – wenn ich sie lasse und nicht mit Pflichten oder Vorstellungen behellige. Die suchtartige Ausprägung einer Beschäftigung macht klare Aussage darüber, wie sehr ihre Bereitwilligkeit zur Erledigung fremder Aufträge überstrapaziert ist. Wie sehr ihr Bedürfnis nach Selbstbestimmung im roten Bereich gelandet ist. Gewiss steht hier wissenschaftliche Untersuchung aus, es ist aber meine Beobachtung und Auslegung, immer wieder.
Nun, mal sehen, wie lange es dieses Mal dauert, bis sich eine gesunde Unternehmungslust einstellt und die Bereitschaft, den Rückzug in die persönliche Höhle einzutauschen gegen Expeditionen in die Welt. In ausgewogener Weise.
Achja: Liebe Grüße an mein Kind im fernen Lande! Bitte grüße deine Gastfamilie und alle, die sich freundlich um dich bemühen und sage ihnen meinen Dank!

Woche XII | Freitag, 20.11.2015

Alle sind körperlich gesund und an ihren jeweiligen Arbeitsplätzen, auch ich, aber wie gehabt rein ehrenamtlich. Ich mache mir viele Gedanken über den Wert von Arbeit, bezahlte, unbezahlte, frei, angestellt, … Wie kann es z.B. sein, dass Pädagog*innen von der Arbeit mit meinen Kindern leben können und ich nicht?
Alles, was die Welt im Innersten zusammenhält, wird ehrenamtlich geleistet, will mir scheinen, und die Lohn- und Gehaltsarbeit darf in einer Art und Weise organisiert sein, die dieses Werk wieder einreißt und zerstört? Den Flüchtlingen wird ehrenamtlich geholfen, aus Steuermitteln finanzierte Fürsorge zuteil, unsere Herzensqualitäten der Einfühlung und Solidarität fließen von Natur aus. Auf der anderen Seite ziehen ganze Wirtschaftszweige privatisierten Vorteil aus dem Geschehen, Waffen und Kriegs-Knowhow werden meistbietend verhökert, aus Spenden finanzierte humanitäre und medizinische Hilfsgüter füttern die Lebensmittel- und Pharmakonzerne fett und letztlich profitieren auch die Agrar-Riesen von der Zerschlagung sozialer Strukturen und können ihre patentierten Sorten und die ganze damit verbundene Chemie an den gepeinigten Mann bringen. Ganz zu schweigen von der Militarisierung unserer Kinderzimmer mit diesen tollen bunten Plastik-Kalaschnikoffs und den virtuellen Kriegsspielen und den Gewinnen, die damit gemacht werden…
Ich fühle mehr denn je mit Hannah Ahrendt und ihrer Beobachtung, dass sich die Handelnden hinter Amtssprachen verstecken und die Verantwortlichkeit in ihren Strukturen zerbröseln. Aber ein jeder lebender Mensch handelt immer aus eigener Entscheidung, es geht gar nicht anders, und wenn er sich weigert sein Tun zu betrachten, dann ist auch das seine Entscheidung. Und wenn er sich weigert anzusehen, was sein Handeln für Folgen zeitigt, stellt er sich der Ignoranz und Arroganz anheim. Und wenn er sich weigert, auf seine eigenen Bedürfnisse zu achten und wahre, gute und schöne Stillungswege zu suchen, darf er sich dann als Krone der Schöpfung betrachten? Ich sehe da eher ein Zahnrad.
Es ist kindtypisches Verhalten, die Augen zuzuhalten und dann zu denken, wenn ich es nicht sehe, gibt es das nicht. Oder gar – dann bin auch ich nicht da. Nichts für etwas zu können, hat wenig mit Erwachsensein zu tun. Wir er-wachsen – im besten Falle – aus unserer Hilflosigkeit, wenn wir als Kinder immer mehr lernen, uns selbst mit dem Nötigen zu versorgen, selbst zu sitzen, laufen, die Stullen zu schmieren, zu lesen, schreiben, rechnen – denken und unsere Gefühle richtig zu deuten. Und irgendwann können wir alles selber, was uns die Eltern bis dahin liefern mussten, um unser Leben zu sichern, und wir können auch selber für Kinder sorgen.
Nun ist es an uns, sozial-emotional erwachsen zu werden und ENDLICH! aufrichtig zu unserem Friedenswillen zu stehen. Unsere Impulse zu regulieren und lebensförderliche Strategien zu finden, mit ihnen umzugehen. Die Konflikte – einander gegenseitig als Menschen anerkennend und wertschätzend – beizulegen und uns für ein aufgeschlossen-kennenlernendes Miteinander zu ENTSCHEIDEN.
In meiner Arbeit als Elternvertreterin geht es mir genau darum: mit allen Beteiligten gemeinsam auf die Schwierigkeiten zu schauen ohne den Umweg der Verstärkung der Konfrontation. Denn wenn wir nicht leben und lernen, um das Leben zu verbessern und einander dabei zu helfen, dann weiß ich auch nicht wozu. Und hier können dann wirklich alle Ersatzbefriedigungen identifiziert werden, alle Pseudo-Stillmittel und gleich auch die den Frieden untergrabenden und verhindernden Faktoren. Lebensentfremdende Kommunikation gehört gleich an erster Stelle dazu. Ich erarbeite mit einigen anderen Eltern gerade Angst- und Stressauslöser an unserer Schule, um sie sichtbar zu machen und auch die sich verbergen wollende Natur des Scheiterns. Deshalb ist es nicht offensichtlich, dass die Kinder sich bedroht fühlen. So etwas zu zeigen bedeutet, sich gleich einer weiteren Gefahr auszusetzen – dem Eingeständnis des Versagens und damit der Lächerlichkeit, Beschämung, Beschuldigung und gar Bestrafung. Was wunder, es stellt sich heraus, dass insbesondere die Bemerkungen von Mitschüler*innen und Pädagog*innen einen solchen Faktor darstellen, genau, wie es in der „Gewaltfreien Kommunikation“ beschrieben ist. Aber wenn ich diese Formen beiseite schiebe und auf die Rufe des dahinter verbarrikadierten und eingesperrten Herzens lausche, ihm Klopfzeichen meines Herzens zurücksendend, dann offenbart sich mir das Wunder der Abrüstung, der Nacktheit und Verletzlichkeit, die uns allen gemeinsam ist. Und der Wärme, wenn wir uns aneinanderschmiegen in der gemeinsamen Suche nach Lösungen und der Zusammenarbeit an den Baustellen des Lebens. Statt im kalten, Wärme ableitenden Metall unserer Schutzpanzerungen einzeln zu erfrieren.
Meinen Kindern schenke ich „geteilte“ Aufmerksamkeit: die kritische, auf das Nichtfunktionieren gerichtete, sortiere ich in bedingungslose Zuwendung und, wenn dieser Tank wieder aufgefüllt ist, beratende Begleitung, falls überhaupt nötig. Seit ich sie einfach in den Arm nehme, wenn sie nicht üben wollen oder Haushaltsaufgaben ablehnen oder anderweitig im „Willaber(nicht)“-Modus feststecken, und nicht wie bisher zähneknirschend an ihrer Stelle oder mit ihnen zusammen die ungeliebten Aufgaben erledige oder sie dahin schiebe, etwas von mir Gewünschtes zu tun, kommen viele Dinge wieder an ihren richtigen Platz. Wenn die Liebe wieder da ist, dann belebt sich auch die Lust zum Klarinettenspiel, zum Kochen, Aufräumen und Putzen oder zu einer Wanderung mit dem Hund an der frischen Luft.
Einfach nur mal Liebhaben ist das Rezept. Ohne Wenn und Aber.
Kommt alle in gutem Miteinander ins Wochenende und gebt Klopfzeichen von Herz zu Herz. Danke für Eure Anteilnahme und -gabe und schreibt weiter!!!

Woche X | Freitag, 06.11.2015

Heute nur ganz kurz, der Tag hat’s wieder in sich. Zwei, die beiden Mädchen, haben Schnupfen, latent, immer irgendwie am Niesen. Der Bube ist ohne Symptome.
Alle sind heute arbeitsfähig. Ich habe ein etwas leeres Gefühl, hinter mir eine Woche voller Termine, und jetzt gerade die Frage, wofür. „Der Laden läuft“, irgendwie was Gutes, aber nun, da er läuft, eben diese Leere.
Oishi-Kawaii legt mir Zettel vor, die sie schon seit einer Woche herumträgt, ich bin ungehalten, morgens will ich sowas gar nicht bearbeiten. Aber, vielleicht doch die beste Zeit, die Nachmittage sind dem Bedürfnis nach selbst bestimmten Aktivitäten oder der Muße vorbehalten, einiges davon auch regelmäßige Termine. Am Abend ist noch weniger Lust auf die Drangsalierungen der Schule da.
Nun nimmt also der letzte Schultag dieser Woche seinen Anfang, ich habe ein Arbeitstreffen zu Englischunterricht und Zeugnis in Freiheit, bin ganz gespannt. Ich wünschte meinen Kindern solche selbstbestimmte Themenwahl! Naja, ich meine, genauer gesagt, dass sie ihnen nicht ständig verhindert wird, denn sie wählen ihre Themen. Sie haben immer ein bisschen Raum dafür bekommen, jedenfalls in der Familie. Zulasten gemeinsamer Arbeiten, denn ich habe gemerkt, dass sie sich erstmal von der ganzen Fremdbestimmung erholen mussten, wenn sie aus der Schule kamen, um ihre Bereitwilligkeit für weitere wenig individuelle Aktivitäten wieder herzustellen. Es macht mich munter, an mein Vorhaben zu denken, und plötzlich weiß ich wieder, wofür…
Was uns auch gerade mächtig drückt, ist der finanzielle Schuh. Mein beruflicher Ausfall konnte bis jetzt von unserem Baugeld aufgefangen werden, nun sind die Ersparnisse futsch, aufgefuttert, wir werden die Musikschulen abmelden und McFlitz in die örtlich zuständige Schule umtopfen müssen, wenn ich nicht bald etwas zum Einkommen beitrage. Ich würde gern, wer nicht, aber was hilft’s etwas anzufangen, was mich nach absehbarer Zeit wieder in die Verzweiflung treiben könnte? Also räume ich weiter Bedenken aus und hoffe auf ein wohlwollendes Entgegenkommen. Am Montag besuche ich nochmal meinen Coach.
Dann also – auf in den Endspurt der Woche.