Kurzmitteilung

ZR X-1: Elternvertretung eine Bildungsfrage???

Können nur gebildete Eltern wirklich in einer Elternvertretung mitwirken? Es hat für mich den Anschein. Den Dschungel aus Schriften und Satzungen und Gesetzen und Verordnungen mit Formulierungen, die einen Übersetzer in die Sprache der Menschen brauchen – da kann ich mir bei vielen Müttern und Vätern vorstellen, dass sie mit ihrer Freizeit Besseres anzufangen wissen. Oder dass sie zu schwach oder krank sind, um es zu tun. Oder einfach nicht verstehen, wie es funktioniert.
Ich selbst tue mich schwer, mich mit den Bergen von Papier anzufreunden. Ich hätte für vieles davon die geistigen Kapazitäten. Ich sehe nur den Sinn nicht. Und: meine Anliegen als Mutter in Bezug auf die Schule und das Lernen meiner Kinder kann ich kaum vertreten, weil ich mich nicht traue. Weil ich nicht alles verstehe, befürchte ich Blamage. Weil ich Unterwerfung gelernt habe, kann ich mir aufrechten Gang kaum vorstellen. Weil ich selbst es nie in aller Konsequenz wert war, angehört und verstanden zu werden, bin ich eine Versagerin.
Als ich vor zwei Jahren die Bereitschaft hatte, im Schulelternrat eine Aufgabe zu übernehmen, steckte ich tief im Burnout, mit Depression. So heißt es heute. Niemand hat sich auch nur gefragt, wer diese fremde Person überhaupt ist, von der sie sich vertreten lassen wollen. Nun ja, darum ging es ja auch nicht. Vielmehr brauchte man dann selber nicht die ungeliebte Rolle anzunehmen und musste dementsprechend auch nicht in ihr versagen. Oder Farbe bekennen und zu seiner Nicht-Bereitschaft oder Ratlosigkeit zur aktiven Mitwirkung stehen.
Gewählt werden vielfach auch die Eltern erfolgreicher Kinder. Wie sollen sie aber diejenigen vertreten, die kein Land sehen? Die sich auch in diesem Falle erstmal outen müssten. Als Versager. Schließlich haben sie ihre Kinder nicht gut vorbereitet. Wenn diese dann ihre Interessen auf anderen Wegen, durchaus auch solchen, die wir als kriminell einstufen, vertreten, kriegen sie eine Art von Aufmerksamkeit, die weit weg von Verständnis und Verstehenwollen liegt. Sollten sie nicht von den Gebildeten und Freiheitsliebenden und Demokratielebenden unterstützt werden in der Findung besserer Ausdrucksweisen? In der Findung gesünderer Wege?
Ich als gebildete Ausgebrannte mit für den Zwang in der Schule schlecht vorbereiteten Kindern finde mich wieder als Ermutigerin. Heute, soeben, sogar als Ermu-TIGERIN, ich habe sogar Feuer gespuckt wie ein Vulkan. Eine meiner Lieblingselternvertreterinnen in dieser neuen Wahlperiode droht daran zu verzweifeln, dass sie das Mitwirkungssystem nicht bedienen kann. Sie möchte, aber sie kann nicht. Sie sieht ihr Scheitern deutlich vor Augen, der ganze Ablauf, die Funktionsweise z.B. einer Schulkonferenz sind für sie verworren und weit weg von ihrer Lebensrealität, von der sie als einfühlsame und kluge Mutter von sieben Kindern reichlich zur Verfügung hat. In ihrer großen Familie kommen andauernd Leute mit unterschiedlichen Bedürfnissen zusammen, für die die jeweils notwendige und am besten passende Lösung gefunden wird. Ich bewundere sie! (Sie sollte gefragt werden, wie Inklusion funktionieren kann!) Diese beherzte Frau, die dafür sorgt, dass Nazi-Schmierereien in der und um die Schule herum beachtet und beseitigt werden, sieht sich in die Knie gezwungen in ihrer ehrenamtlichen Mitwirkungsbereitschaft, weil sie auch ein System von Spielregeln zu berücksichtigen bereit ist, das sie aber gar nicht durchschaut. Weil sie befürchten muss, dass sie keine Unterstützung von den anderen Beteiligten erfährt. Weil sie sich ausgeliefert fühlt, in eine Rolle gedrängt.
Vielleicht lege ich es falsch aus, vielleicht ist das alles nur meine persönliche Lesart. Aber auch dann wirft es die Frage auf: Kann ich überhaupt Elternvertreterin sein???

Woche VIII | Freitag, 23.10.2015

Ja, schon zwei Tage her… Ich bin am Freitag mit einem schmerzenden linken Unterschenkel aus der Woche gehumpelt, habe mich nur noch lang ausstrecken können und mir Gedanken gemacht, ob es „nur“ ein Krampf ist oder gar ein Blutgerinnsel… Mit Arnika und Biochemie Nr.7, Mineralwasser, achtsamem Essen habe ich die leergelaufenen Tanks der Spurenelemente etc. wieder aufgefüllt, ich konnte gestern schon – schön behutsam aber lebensfroh – draußen arbeiten, Walnüsse sammeln, Laub harken, …
Meine Auslaugung habe ich mir mit einem Arbeitsflow verschafft, bei dem ich wie im Rausch ein Anliegen nach dem anderen auf den Weg bringen konnte. Ein Antrag an die Schulkonferenz wurde formuliert mit anderen Eltern gemeinsam, ein Vorschlag für ein kompetenzorientiertes Zeugnis an meiner vielleicht zukünftigen Arbeitsstelle begonnen zu erarbeiten, Hospitation, Eigenreflektion, Maria Montessori’s „Kinder sind anders“ gelesen, Joachim Bauers „Das Körpergedächtnis“ in Arbeit, eine Fortbildung zu „Direkter Instruktion“ mit den Lehrer*innen der Schule meiner Mädels erlebt. (Wenn die Pädagog*innen den Part mit angeleitetem Üben und anschließendem Feedback über den erreichten Verständnisstand nicht weglassen und davon abhängig machen, wie es weitergehen soll, kann eigentlich gar nichts schief gehen, oder?) Eine eMail-Diskussion mit Zündstoff verdaut. Und schließlich noch ein psychotherapeutisch-systemisch-energetisches Heilungscoaching durchgearbeitet. Derweil die Kinder natürlich auch ihre gewohnte Unterstützung von mir bekamen. (Hier sei angemerkt, dass ein Großteil vom Papa übernommen worden ist, seit ich erschöpft zusammenbrach. Ich leiste Fahrdienst, Wäsche, Putzen, und Heilungsarbeit.) Das alles zwar in einem glücklichen Schwung gewuppt, aber nur mit mangelhafter Wiederauffüllung der dafür verbrauchten Ressourcen.
Jetzt haben wir eine Woche Ferien vor uns, in vergangenen Jahren habe ich sie gern für eine Tingeltour genutzt, die beiden letzten aber standen schon tief im Zeichen meiner Kapitulation vor dem Leben angesichts der Entfremdung und Beschädigung meiner Kinder.
Ich habe seit Januar an meiner eigenen Heilung gearbeitet, die „Leichen aus dem Keller“ befördert. Mit anderen Worten, die unverheilten Verletzungen aus meinem bisherigen Leben eine nach der anderen neu besehen und gepflegt. Die „Leichen“ als „Scheintote“ erkannt. Das, was gemeinhin der „innere Schweinehund“ genannt wird, als den Fürsprecher meiner Bedürfnisse umgedeutet und mich selbst mit einer bisher unüblichen Achtsamkeit gewürdigt. Die Gefahr, egoistisch zu sein, schien mir immer sehr bedrohlich und ich wusste nie, ob sie mich unerwartet und aus dem Blauen heraus erwischen könnte. Klar war nur, dass das ein No-go für mich ist.
Dann habe ich irgendwann ganz schüchtern begonnen mich zu fragen, wer denn für meine Kinder sorgen würde, wenn ich aufgebraucht bin. Langsam gelernt, mir zuzugestehen, mich erholen zu dürfen, gut zu essen und mich auch zu amüsieren. Jetzt möchte ich meine ganze Arbeit unter den Anspruch stellen, dabei Freude zu empfinden und gesund zu bleiben. Auch die berufliche, wenn es denn nun bald mal wieder damit losgehen würde! Denn nach wie vor kann man von den gemeinnützigen Tätigkeiten, mit denen man die Lebenstauglichkeit wiederherstellt, nicht leben. Absurd, was?
Meine eigene Heilung ist ein großartiger Lernprozess geworden. Ich habe mich nicht „reparieren“ lassen oder mit Medikamenten einstellen. Das ist mir immer sehr suspekt vorgekommen. Auch meine Allergie gegen Leute, die alles wissen und recht haben und mich belehren, war mir hinderlich dabei, mich auf den konventionellen, krankenkassengestützten Weg zu begeben. Ich habe ganz rebellisch dem lebendigen Funken in mir vertraut, dass dem Leben auch die Kraft der Heilung innewohnt. Jahrelang war ich auf dem Alleinkämpfertrip, auch mangels passender Mitstreiter*innen oder gegenseitiger Unterstützer*innen. Bis ich mich schließlich von dem Gedanken verabschieden lernte, dass alles nur mit Geld geht, und begann, mir Tauschpartner zu finden. Auch mein Coach konnte und kann sich ein Stück weit auf Tauschgeschäfte einlassen, so dass sich plötzlich der Weg auftat, mir auch Hilfe holen zu können, wie ich sie brauche. Unbevormundet. Zunehmend aus eigener Kraft. Mein linkes Bein tut mir wieder seinen Dienst, und nun trägt es mich gleich hinaus an die frische Luft, in die Oktobersonne, die gerade nicht von Wolken verdeckt und gedämpft in ihrer ganzen goldenen Pracht auf die vielfarbigen Herbstblätter scheint.

Woche VII | Montag, 12.10.2015

Seit langer Zeit einmal hatte ich ein Wochenende, von dem ich mich am Montag nicht erholen muss. Ich, Samstag zur Fortbildung (Helikoptereltern, Angst, Resilienz), Papa derweil mit den Kindern in Berlin, eins hatte ein Vorstellungsgespräch für ein Austauschjahr, mit den beiden anderen Anti-TTIP/CETA-Demo und Ballettschuhe kaufen und Zutaten für Sushi…
Wir sind alle auf derselben Baustelle, nur manchmal nicht am selben Platz mit den denselben Aufgaben. Und langsam wird mir klar und klarer, wie wir den angeblichen Respektspersonen und Ehrwürdigen, die in Wirklichkeit alles kaputtmachen, den Weg ebnen. Wie wir unser Bauen von ihnen zerstören lassen. Denn es sind immer Personen. Wir dienen Strukturen, die uns als Vorschriften begegnen, wir spielen das „Amtliche Rollenspiel“ („Ich muss das ja machen.“), im Deckmantel unserer Bereitschaft, gesellschaftlichen Regeln zu folgen und sie nicht infrage zu stellen, verstecken wir uns, um nicht der Menschlichkeit zu dienen. Wer hätte gedacht, dass das heute so viel Zivilcourage erfordert! Wo wir doch keine KZ’s und Straflager mehr haben. (?!o?d!e?r!?) Dass Lehrende als Menschen agieren können, verlangt von ihnen Ungehorsam gegenüber Gesetzen, Verordnungen und anderen verbindlichen Texten. Ich als Mutter begebe mich aufs Glatteis, wenn ich meine Kinder ohne Krankenschein vom Arzt zu Hause behalte, gemäß meiner Intuition (bestätigt von der WHO-Definition) das Wohl im Auge habend, aber als Mutter wohl nicht wirklich die anerkannte Instanz, das zu beurteilen. Vielmehr gehe ich dann als Sanitätshelikopter in die Beurteilung ein, ver-wöhne meine Kinder, denen ich auf diese Weise die Möglichkeit des Aushalten-Lernens nehme.
So einfach ist das nicht. ICH nehme mir etwas heraus, wenn ich das tue, es ist für mich eine Mutprobe! ICH BIN schon ver-wöhnt worden, entfremdet, ohne Erfahrung, nur die der Strafe bei Nichtbefolgung, und habe die nötige Resilienz nicht im Gepäck. Ich will aus meinem Gehorsam gegen das Wort anderer Menschen heraus, will mich nicht einschüchtern lassen von Vorschriften, die werweißwem dienen nur nicht dem Wohlergehen meiner Kinder, Familie. Kann schon sein, dass die konkrete Strategie, mit der ich das derzeit versuche, sich als suboptimal herausstellt. Aber das werde ich erleben und wer will, kann mir gerne sagen, dass das ja wohl klar war und so kommen musste, und ich kann letzteres nur bestätigen, denn ohne diese Erfahrung bliebe mir nur wieder das gehorsame Befolgen fremder Rat-Schläge.
Auf dem Weg in die Freiheit müssen wir es uns wohl gefallen lassen, nicht mehr gehört zu werden, wenn wir es schon besser wissen und gut meinen. Und ich erwarte nicht, dass meine ganze Schreibarbeit irgend jemanden von oder zu etwas überzeugt oder die Welt verändert. Es ist nur für mich, in jeder Hinsicht. Ich emanzipiere mich damit von meiner Zurückhaltung, ich verlagere meinen Selbstausdruck von der körperlich-seelischen Gesundheits-Ebene auf die schriftsprachliche, in einigen Teilen auch auf die musikalische. Und mit den segensreichen Wirkungen, die das für mich hat, gehe ich als anderer Mensch in „die Welt“, ich mache andere Wellen im Ozean, wenn ich auf diese Weise darin bade. Und mit der Zeit schwappt dieser veränderte Selbstausdruck weiter ins Handeln, strahlt in jede Bewegung, in jede Geste, Miene. Die innere Haltung, die ich unter anderem durchs Schreiben gewinnen kann, wiedergewinnen – will ich sagen, durchdringt mein ganzes Wesen und alle meine Verknüpfungen mit der Welt. Berührt, wenn es mich rührt und bewegt, meine Familie, alle meine Freunde und Bekannten, in denen es sich fortpflanzt zu ihren Angehörigen, denn wir sind alle verbunden.
Ich habe dieses Impuls-Pendel vor Augen, während ich mir diese letzten Zeilen nochmals durchlese, manchmal scheinen sich die Angestoßenen nicht zu bewegen, das bedeutet vielleicht nur, dass sie noch nicht das Ende der Kette sind. Ich vertraue auf meine Wellen, und ich bin so reinen Gewissens wie selten – denn ich bin der Menschlichkeit verpflichtet, dem Leben, das spürbar pulsiert und fließt, wenn es nicht eingefroren ist und seine Wellenlänge so groß, dass sie in einer Lebensspanne nicht ermessen werden kann. Ich spüre mein Herz klopfen und Kribbeln im Bauch, mein Kopf ist berauscht ohne äußere Hilfsmittel: vom Lebendigsein, mit und für mich und meine Welt, die Menschen, die Pflanzen und Tiere, mit einem Sinn für das vielgestaltige Echo meiner Handlungen, das sich überall spiegelt, wo ich hinhöre und -sehe.
Ach ja: alle meine Kinder sind in der Schule, also gesund und der Meinung, sie kriegen’s hin. Danke!

Woche VI | Montag, 05.10.2015

Es gibt Menschen, die sich an so einem traumhaft-sonnigen Herbstwochenende auf den Weg an die Ostsee machen.
Die Menschen in meiner Familie tun das nicht. Sie wollen am Wochenende einfach nur zu Hause und in Ruhe gelassen sein. Sicherlich hätte ich mit ein wenig Anschieben so einen Ausflug erwirken können, aber auch mir fehlt die Kraft dazu. Die Woche ist voll mit Schulpflichterfüllung und tollen Hobbys. Und wenn wir wirklich Ruhe haben wollen am WE, müssten alle Haus- und Hofarbeiten auch bis Freitag abend erledigt sein. Naja, die laufen nicht weg, und ich kann auch ganz gelassen bleiben, wenn sie sich vor mir auftürmen. Da ist mir auch egal, was Nachbarn denken mögen, ich will es nicht wissen, denn wenn ihnen was nicht passt, wie ich es mache, findet sich physikalisch-unausweichlich auch das Gegending dazu… Ansprechbarer bin ich für einfühlsame Erörterung der Sachlage. Vor ein paar Monaten kam mal eine Tierschützerin auf meinen Hof und fragte, ob sie meinen Hund ausführen dürfte. Ich war arglos und die Frau zunächst einfach nett. Wie sich herausstellte, „kontrollierte“ sie mich und lamentierte dann lang und breit über das Elend, in dem sie viele Tiere vorfände. Ich riet ihr, sich mit dem Elend der dazugehörigen Leute zu befassen, wenn sie den Tieren wirklich helfen wollte.
Meine Familie also in Höhlenstimmung. Kkumhada macht ihr Ding, vermeidet jegliche Kommunikation mit mir, Oishi-Kawaii verschwindet zwischen den „Helden des Olymp“ und reagiert insgesamt sehr gereizt auf uns, wenn wir sie da rausholen, McFlitz ist zunächst auch im Onliniversum und später in seine Lego-Katalog-Träumereien vertieft. Dann geht er aber doch von alleine raus herumtoben und Fahrrad fahren oder quasselt mir von seinen Geschichten und Erlebnissen was vor. Der Papa? – Auch er geht seinen Anliegen nach, stoisch fast, aber dazu gehören auch Frühstück machen, Brombeeren ernten, Holz hacken. Ich wünschte nur, er würde sich öfters mal die Kinder schnappen und sie mit einspannen. Naja, er will auch mal ungestört bleiben. Ich schicke ihm Oishi-Kawaii auf den Hals, Kkumhada sucht sich selbst eine familien-gemeinnützige Arbeit und ich schiebe McFlitz an seine Hausaufgaben: ein Vortrag über die Kartoffel, Malfolgen üben, Leseheft lesen. Ich will frei haben! Wenn ich also eh mein Kind zu Hause auch noch beschulen soll – Hausaufgaben dieser Art sind immer Elternaufgaben! – dann könnte die Schulpflicht doch gleich abgeschafft werden. Billiger wäre es auch. So sehe ich mich gezwungen, meine, unsere Familienanliegen hintanzustellen, damit mein Kind den Anschluss nicht verpasst an einen Plan, der zwar zu seinem Besten ersonnen sein soll, aber ganz offenbar so weit über ihm steht, dass es darin schon wieder keine Rolle mehr spielt und eben zusehen muss, wie es klarkommt.
Ich sehe mich gezwungen, weil ich zu feige bin, einfach zu verweigern. Ich habe Angst vor der Strafe. Auch wenn es vielleicht erstmal „nur“ Geld ist. Nun, wir hätten im Monat an die 300 Euro mehr, wenn wir den Jüngsten aus seiner staatlich anerkannten Ersatzschule nähmen. Die könnten dann ja investiert werden in unsere und seine Menschenwürde-Wiederherstellung… Und sicherlich täten wir anderen ähnlich schreckhaften Eltern den Gefallen, mit unserem Beispiel voran zu gehen, so dass auch sie mutiger werden können.
Na, ich will jetzt erstmal noch weiter als Elternvertreterin und Schreiberin das Feld beackern, immerhin sind meine Kinder auch nicht gerade rebellisch, freuen sich auf ihre Freunde, für wen wäre es also? (Aber ich trage sie in mir, diese Sehnsucht nach freudvollem Lernen in lebendigem Sinnzusammenhang aus unserer Lebenswelt heraus, im Einklang mit ihr, along the way, gewissermaßen, und nicht als etwas, wovon man sich am Wochenende erholen muss und distanzieren will.)
Fazit für mich – mein Familienleben: nicht vorhanden. Ich erlebe die Kinder nur unbereitwillig, erschöpft oder krank (bei McFlitz hauptsächlich unbereitwillig zu Hausaufgaben).
Natürlich sehe ich die Schule auch als Aufgabe an und versuche, damit konstruktiv umzugehen. Natürlich denke ich mir unterhaltsame Möglichkeiten des Übens (für die Schule) aus. Das würde ich so oder so machen. Natürlich sehe ich das Lernpotenzial für mich und die Kinder. Aber ich frage mich, ob wir wirklich so bootcamp-artig mit uns und unseren Kindern verfahren wollen? Angebliche Spreu vom Weizen trennen und damit für selbsterfüllende Prophezeiungen sorgen, die dem Dogma in die Hände spielen, man müsse all die beschränkenden, luftabschnürenden und einschüchternden Vorkehrungen treffen, um das Leben in Freiheit zu retten – ?!? – Die, die’s betreffen soll, werden so auch nicht erreicht. Die Sensiblen kriegen dafür umso mehr das „Vergnügen“, sich erstmal wieder aufrappeln zu müssen, damit sie überhaupt zurück zur eigentlichen Sache kommen können. Worüber wundere ich mich da?
Neue Woche, neuer Anlauf. Neuer Versuch, das Gute darin zu erkennen. Und vielleicht ein paar kleine Wunder? Ach, heute fühle ich mich wenig mutig!