Kurzmitteilung

Woche V | Zwischenruf

Vorgestern war Elternversammlung beim Lütten (3. Klasse). Ich habe mich besonders gefreut, dass das freie Schreiben dort so erwünscht ist. Die Kinder schreiben Geschichten und eigene Gedanken, Empfindungen. Lesen den anderen vor. Inspirieren sich gegenseitig mit Ideen. Ermutigen sich zum Selbstausdruck. Lernen die Tricks, mit denen man sein Publikum fesseln kann… Das ist meinen beiden Großen nie möglich gewesen im Rahmen von Schule. Dabei wäre das so wichtig, um z.B. als Schülersprecherin formulieren zu können, was einem auf dem Herzen liegt.
Heute abend ist Schulelternrat am Gymnasium. Ich möchte mit einer Anregung hingehen, einem Gleichnis, das zum Ausdruck bringt, wie ein Mensch durch Erziehung und Belehrung von seinem Selbstaufbau abgehalten wird, schwer dabei behindert oder gar sein Werk immer wieder zerstört wird. Ich will mit Legosteinen und Baugerüst sichtbar machen, was ich meine. Das Foto dazu liefere ich dann gerne auch hierher.

11 Stunden später

Ja, ich mach’s wieder. Und dieses Mal habe ich etwas mehr Unterstützung von den anderen Elternvertreter*innen. Schonmal daran zu sehen, dass nach 2,5 Stunden immernoch keiner demonstrativ auf die Uhr sah… Mal im Ernst: Zwar sind alle etwas zurückhaltend, es kommt ja auch was zu tun auf einen zu. Zumindest Termine und Zeit sie wahrzunehmen. Es ist keiner dabei, der leichtfertig ja sagt und dann schmerzfrei einfach fehlt. Aber wenige haben bisher die Erfahrung machen können, dass dieses Hobby etwas bringt. Denn als Ehrenamt wird es vielfach auch nicht gesehen, eher als lästige Verpflichtung. Ist wohl auch ein Erbe aus den scheindemokratischen Sozialismus-Zeiten. (Ist das im Westen auch so?) Natürlich ist der Grad der Einflussnahme begrenzt, aber ich kann wenigstens sagen, ich habe es versucht. Also sagte ich den anderen, dass es in unserer Hand liegt, was wir aus unseren Treffen machen.
Mein Gleichnis für das selbständige Lernen/Hilfen zur Eigenkonstruktion/Erziehung habe ich nicht in die Runde gebracht, aber im Anschluss mit dem Schulleiter angesprochen. Ich bin sehr glücklich, dass er sich interessiert anhört, was ich zu sagen habe!
Nun, das soll’s zunächst gewesen sein. Es wird ja Weiteres zu berichten geben.