Woche XXI | Freitag, 22.01.2016

Der fast wegkurierte Schnupfen von Oishi-Kawaii sitzt täglich auf dem Sprung, um wieder zuzuschlagen, nach Schule und Hausaufgaben ist das Mädel so erschöpft, dass Tür und Tor offen stehen bleiben. Also weiter Dampfbaden… Wie kann sie lernen, ihren Einsatz so zu dosieren, das sie gesund bleibt? Ich denke doch, dass sie dafür in der Schule unterstützt werden müsste, wenn sie dort schon so viel Zeit verbringen soll. Aber niemand dort ermutigt ein Kind, sein eigenes Maß kennenzulernen und zu berücksichtigen.
McFlitz hatte Zeugnisgespräch in dieser Woche – was für ein Gegensatz! Keine am Querschnitt orientierten Noten, ein individueller Lernstand mit allem, was richtig gut klappt, und mit dem, was als nächstes kommen könnte. Zum Beispiel ist Lesen noch nicht so seine Leidenschaft, daher macht er’s nicht so oft wie gewünscht. Ist aber nicht schlimm, wir denken nun eben nach, was der richtige Stoff für ihn sein könnte, wenn er unter den vorhandenen Büchern noch nichts finden konnte. Vielleicht müssen es technische Texte oder Geschichten mit solchen Themen sein, so gern wie er baut und konstruiert. Hier regiert nicht die Angst, dass er es nie lernen wird, wenn nicht jetzt…
Meine Träumerin Kkumhada ist ihrem Traum nun ganz praktisch näher gerückt. Zwar sind wir finanziell nicht ganz aus eigenen Kräften unterwegs, aber es finden sich immer mehr Freunde, die uns Geld leihen oder sponsern, so dass ich die Erfahrung machen darf, wie sich ein unterstützendes Netz anfühlt!
Auch im Städtchen tut sich was: Man redet über Zustände in Schule und Gesellschaft, jenseits des Küchentisches und mit der wachsenden Absicht, darüber nachzudenken, ob man nicht doch etwas ändern kann. Aufhänger ist der Film „alphabet. Angst oder Liebe“. Die Kleinreder, Abwiegler und Pessimisten („Da können wir eh nichts machen!“) müssen die erste Reihe räumen und langsam aber sicher Platz machen für diejenigen, die nicht einfach nur labern. So kommt es mir jedenfalls vor und das fühlt sich gut an!!! Es gab sogar Leute, die vom bedingungslosen Grundeinkommen reden, ohne dass ich sie darauf gebracht hätte. Ja, ich denke, dass wir die Einteilung der Arbeit in Erwerbsarbeit und sonstige (Hobby, Ehrenamt, Familie, Freundeskreis) nicht mehr verantworten können.
Meine Kinder ermutige ich, sich den Weg in ihre Zukunft nicht gerade vorzustellen, Schule-Ausbildung-(Studium)-Job. Ich denke, sie werden nach der Schule erstmal Zeit brauchen, um herauszufinden, was sie überhaupt machen wollen, da ihre Talente und Neigungen dort vielleicht gar nicht zum Tragen kommen und sie daher nicht die entsprechende Klarheit gewinnen können. Warum auch nicht ein Jahr lang Familien-Gemeinschaft leben, selbstversorgend aus dem Garten, auch um einfach mal die Herkunft des täglichen Brotes zu erfahren…

Kurzmitteilung

Werte,

die mir so wichtig sind, dass ich Alpträume von ihrem Verlust bekomme.
Unsere Welt ist schwer in Bewegung, Menschen aus anderen Kulturkreisen sind auf der Flucht vor Menschen mit wiederum anderer Kultur. Aus ideologischen Gründen dreschen sie auf andere, aufeinander ein. (Vielleicht mit dem stillen Einverständnis der Finanz- und Wirtschaftsheinis, die die Welt unter sich aufteilen und die schmutzige Arbeit dem „Pack“ überlassen. Hey Leute, kommt zur Besinnung!!! Ihr seid Puppen im Theater!)
Worum fürchte ich? Ich fürchte für mich als Frau und für meine Töchter, dass wir die Freiheit, mit der wir durch den Teil der Welt tanzen können, der das zulässt, verlieren könnten. Dass wir unsere Selbstbestimmung aufgeben müssen, die wir in unserer Familie und im Freundeskreis und in Deutschland und einigen anderen Gegenden leben können. Und dann sehe ich mich um: Es gibt auch hier genügend Beispiele von Gewalt gegen Frauen! Frauen, die still ertragen. Die sich nicht trauen, dagegen aufzubegehren. Die keinen kennen, der sie ermutigt, sich nicht alles gefallen zu lassen.
Da ist meine Angst wohl berechtigt. Wenn ich so ein seltenes Privileg habe. Und es nicht nutze, um auch anderen Frauen Teilhabe zu verschaffen.
Ich werde mir eine stärkere Basis schaffen, indem ich die gepeinigten Frauen ermutige! Indem ich mich mit anderen freien Frauen vernetze (unsere Freiheit fördert ja auch eine Individualgesellschaft ohne inneren Zusammenhalt, jedenfalls habe ich hier Nachholbedarf) Und diejenigen Männer würdige, die den Mumm haben, sich der vollen weiblichen Kraft und ihren Abgründen zu stellen, ohne sie fesseln, einsperren und quälen zu müssen! (So wie meiner :). Danke!)